Knapp 1000 Helfer bewahrten Polling vor dem Schlimmsten – Schäden in Millionenhöhe, auch in Peißenberg

Die Flut kam völlig überraschend

+
Diesen Bauernhof an der Probst-Gerhoh-Straße hat es besonders schlimm erwischt. Die Hofstelle war komplett überflutet. Das etwas höher gebaute Haus blieb von der braunen Wasserbrühe verschont.

Polling/Landkreis – Nach dem Hochwasser, das am Sonntag vor allem in Polling eine Spur der Verwüstung hinterlassen hat, wird mit vereinten Kräften aufgeräumt. „Wir sind noch mit einem blauen Auge davongekommen“, zeigte sich Bürgermeisterin Felicitas Betz am Montag trotz der hohen Sachschäden erleichtert.

An der Huglfinger Straße, am Dunzinger Weg, in der Probst-Gerhoh- und Hofsmarkstraße liefen noch die Pumpen. Vor Garagen und Kellern türmte sich meterhoch das Inventar, entlang des Tiefenbachs lag ein Damm aus Sandsäcken. 45 000 Säcke hatten die Bürger tags zuvor in Windeseile verbaut.

„Der Sturzregen hatte in rasanter Geschwindigkeit riesige Wassermassen gebracht, so dass den betroffenen Anwohnern kaum Zeit blieb, ihr Hab und Gut zu retten“, erklärte die Bürgermeisterin den bayerischen Ministerinnen Ulrike Scharf (Umwelt) und Ilse Aigner (Wirtschaft), die sich tags darauf vor Ort ein Bild von dem Schadensereignis machten.

Um 9.38 Uhr hatte Landrätin Andrea Jochner-Weiß am Sonntag für Polling den Katastrophenfall erklärt. Der Tiefenbach und der Russengraben waren völlig überlastet und liefen über. Die Gemeinde alarmierte die Bevölkerung über die sozialen Netzwerke. 42 Feuerwehren eilten zu Hilfe, das THW rückte mit Spezialpumpen an. Berg-, Wasserwacht und Polizei waren ebenso im Einsatz wie der Katastrophenschutz des Landkreises, Vertreter von Wasserwirtschafts- und Gesundheitsamt. Betz zeigte sich überwältigt von der Unterstützung und der Solidarität, die die Pollinger in ihrer großen Not erfahren haben. Circa 500 Pollinger und EttingerInnen wurden von der Sturzflut geschädigt. Neben privaten Haushalten traf es einige Handwerksbetriebe und mehrere Bauernhöfe. Nach der ersten groben Schätzung liegt der finanzielle Schaden für die Ortsteile Polling und Etting laut Bürgermeisterin Betz bei rund fünf Mio. Euro.

Zwei Mal innerhalb einer Woche wurde Peißenberg vom Hochwasser heimgesucht. In Oberhausen wurde die Fußgängerunterführung nach Berg geflutet. Es gab Behinderungen im Bahn- und Straßenverkehr. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Von Maria Hofstetter

Meistgelesene Artikel

Im Januar ist der Kreistag am Zug

Weilheim – Der Kreisausschuss hat am Montag die vorliegenden Beschlüsse für den Berufsschulneubau abgesegnet und der Kostenschätzung – mit jeweils …
Im Januar ist der Kreistag am Zug

Spatenstich fürs Haus für Kinder

Schongau – Während am Schongauer Schulzentrum schon seit längerem die Bagger rollen, ist nun auch auf der anderen Seite der Marktoberdorfer Straße …
Spatenstich fürs Haus für Kinder

Akute Geldnot als Tatmotiv

Weilheim – 38 Einbrüche gehen seit April auf das Konto eines Weilheimers, den die Polizei am vergangenen Sonntag auf frischer Tat ertappt und …
Akute Geldnot als Tatmotiv

Kommentare