Hochwasserschutz mit zweitem Auslauf in das Weilheimer Moos

Das wichtige Vorhaben, den Waitzackerbach hochwassersicher zu machen, kommt in Fluss: Einstimmig hat sich der Stadtrat am 18. Februar für die Variante 2 mit einem Rückhaltebecken und – bei einem Hochwasser größeren Ausmaßes – teilweiser Ableitung des Wassers in das Weilheimer Moos ausgesprochen.

Der Waitzackerbach ist, wie der Anger- und Stadtbach, als Gewässer dritter Ordnung eingestuft und liegt deshalb im Zuständigkeitsbereich der Stadt Weilheim. Mit rund einer Million Euro sind die Kosten für die Schutzmaßnahmen am Waitzackerbach angesetzt. Da Zuschüsse bis maximal 750000 Euro in Aussicht stehen, hat die Stadt voraussichtlich noch eine Finanzierungslücke von rund 260000 Euro zu schließen. Bernhard Vogt vom beauftragten Planungsbüro Dr. Blasy-Dr. Overland stellte in der Sitzung nochmals das überarbeitete Konzept vor, das – im Gegensatz zum ersten Vorschlag – ohne einen Ausbau des Waitzackerbaches auskommt. Die vom Stadtrat befürwortete Lösung sieht eine Retentionsfläche im Bereich von Tankenrain/Waitzacker vor. Für das zu bauende Rückhaltebecken wird ein Speichervolumen von rund 41000 Kubikmetern angesetzt. Das Grundstück für die Errichtung des Beckens hat die Stadt bereits gekauft. Ein Auslass reguliert das im Waitzackerbach nach Weilheim fließende Wasser. Bei einem Hochwasser, wie es laut Statistik seltener als alle 20 Jahre zu erwarten ist, sollen Teile des angestauten Wassers unter der Tankenrainer Straße hindurch in das Weilheimer Moos übergeleitet werden. Dies führe laut Vogt zu einer teilweisen Flutung des Mooses. Es handle sich dabei aber um „relativ sauberes Wasser“, wie er betonte. Vogt rechnet mit einer Überflutung von höchstens 20 Zentimetern Höhe. Das Wasser kann über die Gräben und den Ochsenbach zu einen Altarm der Ammer abfließen. Im Weilheimer Moos, führte Planer Vogt aus, muss ein Ableitungsgraben geschaffen werden sowie ein Deich zum Schutz der bestehenden Bebauung. Darüber hinaus ist ein neuer Fußgängersteg am Waitzackerbach neu zu errichten. Weitere Ausbaumaßnahmen an dem Bach sind im bebauten Bereich von Weilheim nach Auskunft des Planers jedoch nicht erforderlich. In zwei Anliegerversammlungen mit anschließender Ortsbesichtigung wurden die Grundstückseigentümer im Weilheimer Moos über die geplanten Maßnahmen informiert. Dabei äußerten sie zahlreiche Bedenken, wie BfW-Stadtrat Rupert Pentenrieder, Referent für Landwirtschaft, bestätigte. „Wir müssen die Spielregeln einhalten und die Bürger dort ernst nehmen“, mahnte er. Nur wenn dies der Fall sei, könne mit ihrer Zustimmung gerechnet werden. In das selbe Horn stieß CSU-Fraktionssprecher Klaus Gast, der „die konstruktiven Vorschläge der Leute, die dort wohnen“, berücksichtigt sehen will. Um Gefährdungen im Falle eines Hochwassers zu minimieren, schlug Vogt vor, im Nordwesten zusätzliche Retentionsflächen zu nutzen sowie die Durchlässe der Ableitungsgräben zu vergrößern. Bei möglichen Entschädigungsansprüchen der Eigentümer zum Ausgleich von Hochwasserschäden, wie sie in der Sitzung von Fraktionssprecher Alfred Honisch (Grüne/ UWV/FDP) angesprochen wurden, sei die Stadt gefordert. Ob die „Schutzgemeinschaft Weilheimer Moos“ zu dem geplanten Vorhaben am Waitzackerbach gehört worden sei, wollte Petra Arneth-Mangano (SPD) wissen. Die Auswirkungen der Maßnahmen auf die Natur und Umwelt, bezog Planer Vogt dazu Stellung, seien ohnehin ein Teil des Verfahrens.

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