Lars Kaiser plant am Seeshaupter Lido ein Hotel

Vier Sterne für vier Gebäude

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Lars Kaiser möchte auf dem Lido-Grundstück ein Vier-Sterne-Hotel.

Seeshaupt – Es soll ein kleines, feines Hotel werden. So eines, wie es Lars Kaiser schon in St. Raphaël an der Côte d’Azur hat. Jetzt soll auf dem Seeshaupter Lido-Grundstück ein weiteres Vier-Sterne-Ho- tel mit 180 Betten und 90 Zimmern dazu kommen. Der Gemeinderat zeigte sich davon sehr angetan, nachdem man in der Vergangenheit zwei erste Vorstöße von Kaiser abgeblockt hatte.

Nachdem der Kölner Bauunternehmer das vier Hektar große Grundstück im Jahr 2010 erworben hatte, war er zunächst mit einem 50-Betten-Hotel und dann mit einem doppelt so großen Haus mitsamt gläserner Skybar 20 Meter über dem See gescheitert. Jetzt aber soll alles ganz schnell gehen.

Wie Bürgermeister Michael Bernwieser bestätigt, sollen bereits im nächsten Jahr die Bagger anrollen, sofern das Weilheimer Landratsamt keine gravierenden Einwände vorbringt. Damit das Seegrundstück, so Kaiser, bei der Bebauung „auch zur Geltung kommt“, verzichtet er darauf, alles auszuschöpfen, was der seit 15 Jahren geltende Bebauungsplan hergibt. Und so sollen statt der möglichen 3 000 nur etwas mehr als 1 300 Quadratmeter überbaut werden – mit einem Hauptgebäude und zwei Nebengebäuden für das Hotel, in denen jeweils 30 Betten untergebracht werden, sowie einem Neubau für das bestehende Restaurant. Weil das Hauptgebäude aber etwas breiter ausfallen soll, um von dort aus mehr Seeblick zu gewähren, muss der Bebauungsplan geändert werden. Stilistisch will sich der Kölner dabei an jener Villenarchitektur orientieren, wie sie um das Jahr 1900 am Starnberger See so typisch war. „Das wird kein Hollywood, sondern klassisch, damit die Leute in ein paar Jahren glauben, das stehe hier schon ewig“, sagt Kaiser.

Wie er weiter ausführt, sollen in den beiden Nebengebäuden, die er „Kavalierhäuser“ nennt, ausschließlich Gästezimmer und Konferenzräume untergebracht werden. Dieser Kunstgriff ermöglicht ihm einen Spagat, vor dem er lange gescheut hatte. Denn Kaiser weiß natürlich, dass im Sommer das Geschäft am Starnberger See boomt, dass es dort aber in Spätherbst und Winter mehr als ruhig zugeht. Weil er sein neues Haus aber das ganze Jahr über auslasten muss, ist ihm der Penzberger Streit über den Bau eines Vier-Sterne-Hotels am Huber See ganz gelegen gekommen.

Mit dem Pharmakonzern Roche aus Penzberg ist sich Kaiser inzwischen als erste Adresse für die Beherbergung wichtiger Kunden und Mitarbeiter einig, was der Kölner zwar noch nicht bestätigen mochte, die Rochianer dafür aber schon. Damit jedenfalls ist sichergestellt, dass das neue Seeshaupter Hotel auch in den traditionell eher schwachen Monaten entsprechend gebucht wird, denn einen Biochemiker interessiert es naturgemäß wenig, wenn es draußen selbst im April noch schneit. Und quasi als Morgengabe für die Roche-Wissenschaftler und das übrige hochmögende Klientel verweist Lars Kaiser auf das Grundstück auf der gegenüber liegenden Straßenseite, wo derzeit noch eine alte Mühle steht, aber schon bald ein Wellness-Bereich entstehen soll.

Wenn das Landratsamt mitspielt, und im Augenblick deutet nichts auf das Gegenteil hin, soll nächstes Jahr mit dem Bau des Hauptgebäudes begonnen werden. Ist dies erfolgt, dann will sich Lars Kaiser an das Lido-Restaurant machen, das durch einen Neubau ersetzt wird. „Das werden wir aber frühestens 2016 angehen“, versichert er. Schließlich habe man für 2015 bereits knapp 40 Buchungen für Hochzeiten, „die dort alle wie geplant durchgeführt werden“.

In einem weiteren Schritt ist dann die Errichtung der beiden „Kavalierhäuser“ für das Hotel vorgesehen. Ein konkreter Zeitpunkt dafür liegt aber noch nicht vor.

Von André Liebe

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