Peißenberger Bergbau erleben

Mit dem Hunt in die Grube?

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Knappenvereinschef Franz Fischer (vo.) und Lothar Wagner, Vorsitzender der Bergbaumuseumsfreunde, am „Stollenmundloch“, wo die Fahrt für die Museumsbesucher beginnen soll.

Peißenberg – Leider sind die Besucherzahlen im Bergbaumuseum am Tiefstollen in den letzten Jahren rückläufig. Da braucht es neue Ideen und Attraktionen, wie die vom Knappenverein und den Bergbaumuseumsfreunden geplante Erweiterung des Erlebnisbergwerks mit einer Bockerlbahn.

Ganz in trockenen Tüchern ist das nach neuesten Kalkulationen rund 83 000 Euro teure Projekt zwar noch nicht, aber es sieht gut aus: Von dem zuständigen Regionalbüro für das Leaderprogramm der Europäischen Union und dem Kulturfonds „Bayern“ wurde bereits mündlich Förderbereitschaft signalisiert. Und auch die Gemeinde will ihren Obolus beitragen: Sie hat knapp 15 000 Euro zur Finanzierung in Aussicht gestellt.

 Bislang werden die Museumsbesucher auf einem rund 200 Meter langen Rundgang durch den bis 1923 zum Kohleabbau genutzten Tiefstollen geführt – und zwar überwiegend im vorderen Teilbereich, der 1944 mit schweren Stahlbetonbauten zum Luftschutzbunker umfunktioniert wurde. Das Museumskonzept soll nun komplett verändert werden: Geplant ist, die Besucher künftig mit einer Elektrolok und Personenwagen vorbei an diversen Ausstellungsstücken rund 100 Meter weit in den Tiefstollen einfahren zu lassen. Als Ausstiegsstelle ist der Grubenabschnitt vorgesehen, der von den Umbauten aus dem Zweiten Weltkrieg nicht betroffen war und noch als „standfester Gebirgsbereich“ erhalten geblieben ist. „An dieser unverbauten Stelle des Tiefstollens sieht, schmeckt und riecht man die unverkennbaren Grubenwässer“, steht in der Konzeptpräsentation, die letztes Jahr erstellt wurde.

„Eine besondere Attraktion stellt der weiträumige Einblick in den weiterführenden und zum Teil verbrochenen Bereich des Tiefstollens mit herrlich ausgeleuchteten Vitriolen bis in die schauderhaft anmutende Dunkelheit des Bergwerks dar“, heißt es in der Konzeptpräsentation, die von Altbürgermeister Hermann Schnitzer und Diplom-Ingenieur Martin Müller vor einem Jahr veröffentlicht wurde. Der Rückweg zum „Grubenmundloch“ soll dann zu Fuß über einen bislang noch zugeschütteten, aber ebenfalls unverbauten Schrägstollen führen. Die Fertigstellung des Projekts wurde in der jüngsten Sitzung des Marktrats auf Ende des Jahres terminiert. Knappenvereinsvorsitzender Franz Fischer ist diesbezüglich allerdings nicht ganz so optimistisch. Es werde vermutlich noch eine Weile dauern, bis die Förderzusagen endgültig vorliegen würden, glaubt er: „Vor Herbst werden wir mit dem Umbau wohl nicht beginnen können.“ Die Formalien haben die Projektplaner bereits allesamt erfüllt: So hat der Knappenverein die Genehmigung für den Betrieb als Demonstrationsstollen erhalten und die Rathausverwaltung mit der „Immobilien Bayern“ einen Pachtvertrag abge- schlossen: „Wir haben unsere Leistung erbracht“, betont Fischer, der mit einer relativ kurzen Bauzeit rechnet: „Wir werden etwa sechs Monate brauchen. Vielleicht geht´s auch etwas schneller.“

Von Bernhard Jepsen

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