Interessensgemeinschaft präsentiert Unterschriftenliste gegen Discgolf-Parcours-Bau

Meinung der Bevölkerung nicht beachtet ?

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Werner Hoyer, Manuela Vanni und Jürgen Forstner bekamen von Wolfhard Schmid und Georg Karl eine gut gefüllte Unterschriftenliste der Interessensgemeinschaft „Neue Bergehalde“ überreicht (v. li.).

Peißenberg – Der Großbrand in der „Rigi-Rutsch´n“ und seine Folgen, das geplante Bürgerhaus oder die Frage, ob und wann das Gewerbegebiet-Ost erschlossen wird. An wichtigen kommunalpolitischen Themen würde es in Peißenberg eigentlich nicht mangeln. Aber über nichts anderes wird derzeit in der Gemeinde so heftig diskutiert wie über den möglichen Bau eines Discgolf-Parcours am südwestlichen Ausläufer der Neuen Bergehalde.

Heute Abend wird im Markt- rat die Entscheidung fallen, ob die von Ernst Frohnheiser (CSU/Parteilose) vorgeschlagene Sportanlage tatsächlich errichtet wird. Nachdem in der letzten Woche bereits der vorberatende Bauausschuss mehrheitlich grünes Licht gegeben hat, ist mit einem Votum pro Discgolf-Parcours zu rechnen.

Daran wird wohl auch die Unterschriftenliste nichts mehr ändern, die Wolfhard Schmid und Bergehaldenreferent Georg Karl (SPD) im Namen der Interessensgemeinschaft „Neue Bergehalde“ Anfang der Woche im Rathaus eingereicht haben. Die Initiative hat in relativ kurzer Zeit insgesamt 870 Mitstreiter gewinnen können, die sich gegen den Bau der neuen Spielbahnen aussprechen. „Frau Bürgermeisterin, ich finde es traurig. Man hat den Eindruck, dass die Meinung der Bevölkerung nicht beachtet wird“, erklärte Schmid beim Übergabetermin im Büro von Manuela Vanni. Der Fachjournalist fungiert als Koordinator der Interessensgemeinschaft.

Zuletzt trat Schmid vor 15 Jahren auf der kommunalpolitischen Bühne in Erscheinung – und zwar als Sprecher der Klägergemeinschaft gegen die Südumfahrung. Schmid plädierte damals dafür, die Zentrumstrasse in die Planungen mit einzubeziehen. Die Route wäre in einem Geländeeinschnitt über die Neue Bergehalde verlaufen. Für Schmid aber kein Widerspruch zu seinem heutigen Engagement: „Das sind olle Kammellen.“

Die Interessensgemeinschaft befürchtet, dass durch den Discgolf-Parcours ein Naturgebiet zerstört wird. Alternative Standorte für die Anlage gebe es durchaus, zum Beispiel auf der Alten Bergehalde. Die Discgolfer seien letztlich nur eine „Minderheit“, der Großteil der Peißenberger wolle die Neue Bergehalde aber als unberührtes Naherholungsgebiet erhalten. Schmid schließt zwar ein Bürgerbegehren gegen das Discgolf-Projekt aus, sollte der Marktgemeinderat die Haltung der Interessensgemeinschaft jedoch ignorieren, werde es zu einer „Spaltung in der Bürgerschaft“ kommen, erklärte er bei der Übergabe.

Bürgermeisterin Vanni warf der Interessensgemeinschaft indes vor, den Sachverhalt in der Erläuterung zur Unterschriftenliste nicht korrekt dargestellt zu haben. Die Behauptungen, dass Bäume gefällt und ein Naturgebiet zerstört werden sollen, seien „plakative Aussagen, die nicht stimmen“. Bürgermeisterin Vanni bezog sich dabei auf die Stellungnahmen der Fachbehörden und der zuständigen Försterin. Auch kritisierte sie, dass bis auf Karl kein Vertreter der Interessensgemeinschaft sich im Rathaus über die tatsächliche Planung informiert hätte. Vanni und die bei der Unterschriftenübergabe ebenfalls anwesenden Markträte Jürgen Forstner (Bürgervereinigung) sowie Werner Hoyer (Peißenberger Liste) verwiesen zudem auf das Meinungsbild der Bürgerwerkstätten zum Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK).

Dort sei klar der Wille zum Ausdruck gekommen, die Neue Bergehalde kulturell-gesellschaftlich zu aktivieren. An Schmid und Karl gerichtet sagte Werner Hoyer: „Sie beanspruchen die Neue Bergehalde allein für den Naturschutz. Aber es gibt auch Gruppen, die dort oben Freizeitmöglichkeiten wollen.“

Von Bernhard Jepsen

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