Die Organisatoren der 32. Bayerischen Realschul-Theatertage im Interview

Eine Leidenschaft, die verbindet

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Die beiden Organisatorinnen v. li. Sabine Junkers-Haunstetter und Carola Windt-Epple zusammen mit der Schülersprecherin Luise Kwak.

Weilheim – Die Staatliche Realschule Weilheim richtet die 32. Bayerischen Theatertage aus. Mit Kreisboten-Volontärin Sofia Wiethaler sprachen die Organisatorinnen Sabine Junkers-Haunstetter und Carola Windt-Epple sowie die Schülersprecherin Luise Kwak über die Veranstaltung und über eine Leidenschaft, die alle verbindet.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, die Theatertage auszurichten?

Junkers-Haunstetter: „Ich bin selbst sechs Mal auf den Theatertagen gewesen und habe dort auch schon drei Mal mit meiner Gruppe gespielt. Außerdem bin ich Mitglied im Förderverein für Schultheater an den Realschulen, der die Theatertage veranstaltet. Dadurch hatte ich die Idee. Im vergangenen Schuljahr hatten wir eine Abstimmung im Kollegium, in der sich zwei Drittel der Kollgen dafür ausgesprochen haben. Daraufhin habe ich Carola gefragt, ob sie mir bei der Organisation helfen würde, und sie hat ja gesagt.“

Windt-Epple: „Uns verbindet die Leidenschaft zum Theater auf verschiedenen Ebenen.“

Junkers-Haunstetter: „Luise hat gleich gesagt: `Ich helfe Ihnen auch dabei`.“

Windt-Epple: „Als Schülersprecherin und Mitglied in der English Drama Group ist sie dafür bestens geeignet.“

Junkers-Haunstetter: „Außerdem verbindet uns auch die Leidenschaft zum Theater.“

Wie meinen Sie auf „verschiedenen Ebenen“ verbunden? Spielen Sie auf der Bühne?

Windt-Epple: „Nein, ich spiele selbst gar nicht. Aber ich gehe mit interessierten Zehntklässlern regelmäßig ins Theater.“

Wie viele Schüler beziehungsweise Schulen kommen denn?

Junkers-Haunstetter: „Inklusive unserer eigenen Gruppe nehmen knapp 200 Schüler teil. Es sind acht beteiligte Schulen, aber neun Theatergruppen, da uns Füssen doppelt beliefert.“

Wie ist die Verpflegung der Gäste organisiert?

Windt-Epple:  „Wir haben großes Glück, dass der Betreiber der Mensa im Gymnasium das komplette Catering übernimmt. Außerdem gibt es für den kleinen Hunger zwischendurch ein Theatercafé, das vom Elternbeirat organisiert wird.“

Junkers-Haunstetter: „Die Schüler bekommen bei uns sozusagen Vollpension (lacht). Um Müll zu vermeiden, haben wir personalisierte, wiederverwendbare Becher bestellt, auf denen der Name und das Logo stehen.“

Gibt es für die Teilnehmer ein Abendprogramm?

Junkers-Haunstetter: „Ja, an einem Abend ist für die Teilnehmer eine Disko.“

Wie kann man sich die Festival-News vorstellen?

Junkers-Haunstetter: „Es ist eine Zeitung.“

Windt-Epple: „Sie erscheint täglich und ist hochaktuell, da sie über die Ergebnisse der gerade gesehenen Stücke informiert. In ihr wird es zum Beispiel Kritiken, Bilder und Interviews geben.“

Muss der Unterrichtsausfall nachgeholt werden?

Junkers-Haunstetter:  „Nein, da alle Schüler, außer den Zehntklässlern, die einen Stundenplan haben, bei der Umsetzung der Theatertage helfen. Damit ist die Unterrichtszeit abgegolten.“

Windt-Epple: „Die Festival News sind zum Beispiel ein Redaktionsstab aus Schülern. Genauso unterstützen sie das Catering, engagieren sich als Sanitäter oder übernehmen andere Dienste.“

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, die English Drama Group zu gründen?

Junkers-Haunstetter: „Das werde ich immer wieder gefragt, aber eine richtige Antwort gibt es nicht. Durch meine Zusatzausbildung zur Theaterlehrerin wollte und musste ich eine Gruppe gründen. Ich habe dann sofort gesagt, dass ich sie auf Englisch mache, da ich auch in England unterrichtet habe. Vielleicht wollte ich auch etwas Besonders machen, da es, soviel ich weiß, keine andere rein englischsprachige Theatergruppe in Bayern gibt.“

Waren die Schüler dafür einfach zu begeistern?

Junkers-Haunstetter: „Am Anfang war es nicht so einfach. Ich hatte aber eine fünfte Klasse in Englisch, die ich relativ leicht begeistern konnte. Nach der ersten kleinen Aufführung sind dann mehr dazu gekommen.“

Was erhoffen Sie sich von den Theatertagen?

Kwak: „Für uns Schüler ist es eine tolle Abwechslung zum normalen Schulalltag. Für die Teilnehmer der Theatergruppe ist es sowieso eine Bereicherung. Es ist ja wie eine Fortbildung, andere Stücke und Spieler zu sehen.“

Windt-Epple: „Ich hoffe, dass sich Leidenschaft für das Theater entwickelt, indem man sich gegenseitig ansteckt. Dafür bietet so ein Festival eine wunderbare Gelegenheit. Außerdem ist es eine der wenigen Gelegenheiten, das Wort ´Schulfamilie´ zum Leben zu erwecken.“

Was sind die Besonderheiten der diesjährigen Theatertage?

Windt-Epple:  „Besonders schön finde ich unsere zwei Spielstätten, im Stadttheater und in der Stadthalle. Dadurch ist die ganze Stadt auch mehr mit einbezogen. Außerdem finde ich die Workshops toll.“

Junkers-Haunstetter:  „Wir haben Yvonne Brosch und Andreas Arneth von den Weilheimer Festspielen gewinnen können. Außerdem haben wir einen Techniker für Bühnenpyrotechnik und eine Mutter mit Clownsausbildung für die Workshops.“

Vielen Dank für das Gespräch.

Einen Trailer zu den Theatertagen gibt es unter www.theatertage2016.de.

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