Kloster Wessobrunn: Wasserakademie findet bei Versammlung großen Zuspruch

Ist ein Investor gefunden?

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Kirchenpfleger Franz Langer (v. li.) mit Martin und Johann Abfalter und Ralf Schnabel von den St.Leonhards-Quellen.

Wessobrunn – Der erste Interessent für das Wessobrunner Kloster, ein Klinikinvestor, hielt sich lange Zeit bedeckt und verhandelte hinter den Kulissen. Die St. Leonhards- Quelle, die seit Kurzem als potenzieller Käufer in Erscheinung trat, geht einen anderen Weg.

Die Mineralwasserfirma, die im Kloster eine Wasserakademie einrichten will, stellte ihr Konzept der Öffentlichkeit bei einer Infoveranstaltung im historischen Pfarrsaal in Wessobrunn vor. 

„Seit der letzten Versammlung hier vor gut drei Wochen ist viel passiert“, leitete Ralf Schnabel, der örtliche Repräsentant des Mineralwasserunternehmens, seine Vorstellung der Firma und des Akademiekonzepts ein. Das Ultimatum des Bischofs (wir berichteten) wurde auf September verlängert.

Der neue Investor für das Kloster führte bereits ein erstes Gespräch mit dem Makler, den die Missions- Beneditktinerinnen einschalteten. In seiner Präsentation veranschaulichte Ralf Schnabel den rund 150 Interessierten die Pläne, die auf vier Themensäulen: Wasser, Gesundheit, Ernährung und Berufungsberatung, aufbauen. „Das langfristige Ziel ist eine Quelle der Innovation für die ganzheitliche Medizin“, so Schnabel. 

Bei der anschließenden Diskussionsrunde gab es einige Nachfragen zu dem Konzept, aber nur wenig Kritik. „Wir brauchen nicht das ganze Kloster, der Teil der Benediktinerinnen ist groß genug,“ bekundete Martin Abfalter kein Interesse am Gebäudeteil, der sich im Besitz der Pfarrpfründestiftung befindet. Sollte es mit dem Kauf klappen, erwartet er eine zügige aber schrittweise Umsetzung des Konzepts. 

Sein Vater Johann Abfalter nahm zudem Stellung zu den Gerüchten im Ort über die Nähe zur Scientology und Esoterik. „Das ist Blödsinn. Was wir hier machen, macht Sinn“, meinte der Firmengründer, der ausführlich die Vorzüge des Wassers lobte und auch die Frage beantwortete, warum Bad Wörishofen eine solche Akademie ablehnte. „Die haben das nicht verstanden“, so Abfalter senior. 

Lob gab es für den Investor von vielen Anwesenden und auch von Kirchenpfleger Franz Langer. „Ich finde es gut, dass sie das Konzept vorgestellt haben.“ Gleichzeitig sprach er die Hoffnung aus, dass damit der Streit innerhalb der Gemeinde beigelegt werden kann. „Wir werden uns jetzt das Kloster noch genauer anschauen und dann weiter verhandeln“, führte Martin Abfalter auf Nachfrage aus.

Von Roland Halmel

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