Ein Jahr Zentrum für Altersmedizin am Schongauer Krankenhaus

Ein Ausbau, der sich auszahlt

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Auch Krafttraining gehört zum Reha-Programm im Zentrum für Altersmedizin am Schongauer Krankenhaus, wie eine Patientin an der Beinpresse demonstrierte. Dahinter Chefarzt Dr. Hans-Christian Sänger (2. v. li.) mit seinem Team.

Schongau – Seit einem Jahr besteht das Zentrum für Altersmedizin am Schongauer Krankenhaus. Vor kurzem hat der neu geschaffene Verbund aus Akutgeriatrie und der geriatrischen Rehabilitation das erste Überwachungsaudit bestanden. Krankenhaus GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann nahm dies gemeinsam mit Chefarzt Dr. Hans-Christian Sänger zum Anlass, ein erstes Fazit zu ziehen. Das fällt durch die Bank positiv aus.

Wenn Lippmann über die Zukunft der defizitären Krankenhaus-Gesellschaft spricht, dann fällt ganz oft der Begriff „Leuchtturm“. Es brauche Leuchttürme, um sich im Wettbewerb mit anderen Kliniken zu behaupten, erklärt der Geschäftsführer dann gerne. Leuchttürme, die dafür sorgen, dass Patienten aus der Region lieber ins Weilheimer und Schongauer Krankenhaus gehen als die umliegende Konkurrenz aufzusuchen.

Ein solcher Leuchtturm ist für Lippmann das im vergangenen Jahr geschaffene Zentrum für Altersmedizin am Schongauer Krankenhaus. Seit 1998 bestand dort bereits die Rehabilitationsgeriatrie, deren Ziel es ist, nicht krankenhauspflichtige ältere Menschen so fit zu machen, dass sie wieder ein möglichst selbständiges Leben führen können. Finanziell jedoch sei die Abteilung ein Sorgenkind gewesen, weshalb es unter seinen Vorgängern immer wieder die Überlegung gegeben habe, sie abzuschaffen, so Lippmann. Angesichts der Bevölkerungsentwicklung – die Gruppe der 80 bis 89-Jährigen ist im Landkreis die am stärksten wachsende Gruppe – wäre dies in den Augen des Geschäftsführers allerdings eine falsche Entscheidung gewesen. Seine Devise: Ausbauen statt abschaffen. Statt die geriatrische Rehabilitation aufzugeben, wurde im vergangenen Jahr mit der Akutgeriatrie ein weiterer Bereich hinzugenommen. Für ältere Patienten, die zur Behandlung ins Schongauer Krankenhaus kommen, ist das eine gute Nachricht, wie Chefarzt Dr. Christian Sänger an einem Beispiel verdeutlichte.

„Nehmen wir die 85-jährige Frau Müller, die wegen eines Oberschenkelhalsbruchs operiert wird“, sagte er. Bislang sei die Patientin zwar nach der OP zehn Tage im Krankenhaus verblieben, die in diesem Alter nötige Mobilisierung habe man aber auf der Station nicht leisten können. Auch auf zusätzliche Erkrankungen wie Diabetes, unter denen erfahrungsgemäß eine Vielzahl älterer Patienten leiden, lasse sich im normalen Betrieb nur schwer eingehen, erläuterte der Chefarzt.

Hier setzt jetzt die neue Abteilung an. Nach der OP könne die Patientin direkt in die Akutgeriatrie verlegt werden, wo sie ganzheitlich betreut würde, erklärte Sänger. Bis zu 14 Tage könne dieser Aufenthalt dauern, im besten Falle lasse sich so eine Reha gänzlich vermeiden, hob er hervor. Sei diese dennoch nötig, folge ein dreiwöchiger Aufenthalt in der geriatrischen Rehabilitation. So schaffe man es, dass 80 Prozent der Patienten wieder in ihr häusliches Umfeld zurückkehren können“, sagte der Chef­arzt stolz.

Große Nachfrage

Die Entscheidung für den Ausbau zum Altersmedizin-Zentrum scheint sich bereits auszuzahlen. Die Nachfrage ist groß. Viele Patientenanfragen kommen laut dem Geschäftsführer auch aus den Nachbarlandkreisen, wo es eine solche Einrichtung bislang nicht gibt. „Die 24 Betten in der Akutgeriatrie und die 30 Betten in der geriatrischen Reha sind fast immer belegt“, berichtete Sänger. Letztere schreibe heuer sogar erstmals eine schwarze Null, ergänzte Lippmann. Auch deshalb soll die Kapazität in naher Zukunft erweitert werden. „Für die GmbH ist das eine große Chance.“

Christoph Peters

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