150 Jahre Arbeit fürs Stadtbild – Jubiläums-Festakt beim städtischen Verschönerungsverein

Anlässlich des Jubiläums ehrte der Vorstand mit Anderl Bischl, Lore Buba, Werner Kunft, Klaus Lenz, Isabella und Heinz Neumann, Peter Reicheneder, Franz Reiter, Michael Schleich, Hans Stelzl, Theo Wirth, Peter Handel, Georg Fedisch, Manfred Bögl langjährig engagierte, prägende Mitglieder. Foto: Müller

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GEORG MÜLLER; Weilheim – Einfach anpacken und handeln. Nach diesem Motto agieren die Mitglieder des Verschönerungsvereins Weilheim seit 150 Jahren. Was sie für das Stadtbild getan haben und tun, füllt lange Chronik-Seiten. Am vergangenen Freitag wurde das Jubiläum in der Stadthalle gefeiert. Die Stadt kündigte an, den Verein mit dem Ludwig-Pütrich-Preis zu ehren. „Der eine wartet ab, der andere packt an und handelt.“ Bürgermeister Loth beschrieb in seiner Ansprache das Wesen des Vereins mit einem treffenden Zitat des italienischen Dichters Dante und gratulierte zum Jubiläum sowie dem demonstrierten Engagement. „Sie gehen seit ihrer Gründung mit viel Idealismus, Einsatzfreude wie auch Sachkenntnis zu Werke und haben das Stadtbild von heute stark geprägt. Sie haben Bäume gepflanzt, Landschaften gestaltet, Denkmäler restauriert, Alleen und Wege angelegt. Ich danke Ihnen im Namen der Stadt. Sie haben heute allen Grund zum Feiern und ich lüfte heute ein Geheimnis: Die Stadt würdigt ihre Leistungen mit dem Ludwig-Pütrich-Preis 2011“, so Loth. Stolz war Vereinsvorstand Manfred Bögl nicht nur auf die 150-jährige Vereinsgeschichte, sondern darauf, was dieser in dieser Zeitspanne uneigennützig für die Stadt und ihre Bürger leistete. Allein seit 1985 seien durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Sachspenden und viele Stunden Eigenleistung Werte für über 500 000 Euro geschaffen worden. Gestiegen sind seither auch die Mitgliedszahlen. 1985 waren es 185, im Jubiläumsjahr sind es 452 im Alter zwischen fünf und 98 Jahren. In den letzten 26 Jahren hat der Verein zur Verschönerung des Stadtbilds 76 Bäume und 40 000 Blumenzwiebeln gepflanzt und 37 Bänke und zwei Brunnen errichtet, berichtete Bögl. Höhepunkt des Abends war die Ehrung langjähriger, verdienter Mitglieder. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Peter Stern zum Thema: „Was macht eine Stadt schön“. Stern zeigte den Wandel von Schönheitsidealen mit einem Streifzug durch schöne europäische Städte auf. Er verglich Parkanlagen, Türme, Straßenzüge, charaktervolle Bauten und Brunnen mit Blick auf das Gemeinwohl. Sie für die Menschen zu erhalten, Ideen und Konzepte zu erarbeiten, könnte die Aufgabe für einen Verschönerungsverein sein. Das Beispiel Weilheim gefalle ihm gut. Die Stadt habe alles Recht, sich als Künstlerstadt des Pfaffenwinkels zu verstehen, so Stern. Musikalisch begleitet wurde der Festakt von Vasja Legisa (Cello) und George Davis (Klavier). 150 Jahre im Zeitraffer Die Vereinsgründung 1861 ist Ausgangspunkt eines andauernden agilen Prozesses. Bereits 1870 wird die beliebte Au-Anlage geschaffen. Bis 1905 werden viele Bäume im Stadtgebiet gepflanzt. 1906 entsteht die markante Allee entlang der Waisenhausstraße. 1909 wird der erste öffentliche Trinkwasserbrunnen (Löwenbrunnen) in der Pöltnerstraße eingeweiht. Das Badegelände am Dietlhofer See wird 1926 hergerichtet. Der Umbau des Kirchplatzes und die Errichtung des Brunnens (Raufende Buben) folgt 1959. Der Brunnen „Weilheimer Stückl“ in der Schmiedstraße ist 1986 fertig. Weitere Großprojekte sind die Renovierung der Angerkapelle im Jahr 1991, die Fertigstellung des Rosengartens 1997, die Beteiligung an der Renovierung der Stadtpfarrkirche 2006. Im Jahr 2008 folgt die Aktion „Ein Kandinsky für Weilheim“, 2009 die Sanierung des Wasserrads an der Bärenmühle und im Jubiläumsjahr ganz aktuell die Aufstellung des Bach-Brunnens an der Musikschule.

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