150 Jahre Blaskapelle Schwabsoien

Gelungenes Festwochenende

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Gestaltete zum Jubiläum eindrucksvoll den Gottesdienst: die Blaskapelle Schwabsoien mit Dirigent Gerhard Schmid. Am Ambo Pfarrer Karl Klein.

Schwabsoien – Dass Musik weit mehr ist als ein Spiel nach Noten, sondern mit Herz und Leidenschaft zu tun hat, wie Pfarrer Karl Klein in der Predigt betonte, hat die Blaskapelle Schwabsoien zum 150-jährigen Jubiläum eindrucksvoll aufgezeigt. So wurde der Gottesdienst, den die mehr als 40 Instrumentalisten geführt vom temperamentvoll leitenden Dirigenten Gerhard Schmid gestalteten, zum ergreifenden Höhepunkt eines Festwochenendes, das einiges zu bieten hatte.

Der Marschmusikwettbewerb zum Auftakt, ein Stimmungsabend mit der Stadtkapelle Schongau, der bayerisch-böhmische Abend mit den „Schwindligen 15“ im (nicht ganz gefüllten) Bierzelt, der Kirchenzug mit acht Kapellen von Osterzell bis Raisting und Vereinen aus der Gemeinde sowie der Frühschoppen mit dem Musikverein Denklingen: All das war Bestandteil des Jubiläums, das an drei Tagen gefeiert wurde.

Herz und Leidenschaft – und nicht nur das Spiel nach Noten: Dies zeichne Musiker aus, predigte Pfarrer Klein mit großen Gesten. Mit der Musik sei es wie beim Glauben: Man dürfe da „nicht locker lassen“. Der Seelsorger ergänzte: „Gott möchte spüren, dass es von Herzen kommt.“

Mit viel Ausdruck intonierten die Bläser der Musikkapelle Schwabsoien die Lieder, bei denen die Gläubigen teils mitsingen konnten. Dies reichte vom Halleluja-Ruf vor dem Evangelium bis zum ergreifenden Choral nach den Fürbitten. Es war förmlich zu sehen und zu spüren, wie Gerhard Schmid (42), der den Dirigentenstab seit 20 Jahren in Händen hält und diesen nach so langer Zeit bald abgeben möchte, aus der Kapelle vor allem in der Kirchenmusik mit zeitgemäßen Werken alle tonlichen, rhythmischen und dynamischen Facetten aus dem Klangkörper herausgeholt hat – ganz im Sinn einer sinfonischen Blasmusik.

Die Bewertungen

Vier Trommlerzüge und zwei Musikkapellen nahmen an dem Marschmusikwettbewerb auf dem Sportplatz teil, der den Auftakt zum Jubiläumswochenende bildete und der wegen eines starken Gewitters mit 75 Minuten Verspätung begann. Dabei erzielte die Musikkapelle Bernbeuren unter der Leitung von Benjamin Kauer in der schwierigsten Stufe D mit 94 Punkten einen ausgezeichneten Erfolg. Die Musikkapelle Bernbeuren hatte sich darauf intensiv mit Proben vorbereitet. Einzig aufgefallen war, dass in der 40-köpfigen Formation keine Piccolo-Flöte dabei war, was beim Vortrag eines Marsches aber Standard sein sollte.

Interessiert verfolgten die 200 Gäste am Rand des Spielfelds, wie Bezirksdirigent Bernd Schuster von der Tribüne aus die Kriterien für den Wettbewerb erläuterte, bei dem drei Wertungsrichter die Punktezahl ermittelten. So wie Bernbeuren erhielt auch der Trommlerzug Ohlstadt 94 Punkte, allerdings in der Stufe C. Für den Trommlerzug Huglfing gab’s 92 Punkte.

Der Musikverein Denklingen unter der Dirigentin Sandra Linder wurde in der Stufe B mit 91 Punkten bewertet, der Trommlerzug Rottenbuch mit 90 Punkten und der Trommlerzug aus Peiting mit 89 Punkten. Im Anschluss an den Wettbewerb sorgte eine 30-köpfige Besetzung der Stadtkapelle Schongau im Bierzelt für Stimmung.

150 Jahre Blaskapelle Schwabsoien - die Bilder

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