20 Jahre Werdenfels-Takt: Pro Bahn lädt Mitbegründer ein

Ausbau geht weiter

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Andreas Schulz von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (Mitte) und Norbert Moy (li.) und Werner Bommersbach von Pro Bahn mit einem Plakat von 1994.

Landkreis – Standen einige Zugstrecken in der Region in den 80er Jahren kurz vor dem Aus, stößt die Bahn gerade auf der Strecke zwischen München und Garmisch heute an ihre Kapazitätsgrenzen. Seit 20 Jahren gibt es den Werdenfels-Takt inzwischen. Ein Grund für den Fahrgastverband Pro Bahn, in Weilheim ein Fazit zu ziehen.

Andreas Schulz, Prokurist und Leiter Planung bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, reiste – natürlich mit dem Zug – nach Weilheim, um sich mit Vertretern von Pro Bahn zu treffen. Die sprachen ihn dann auch direkt auf viele verschiedene Punkte an – sowohl negative als auch positive. 

Seit der Bahnreform wurden bei 40 Prozent erhöhtem Zug­einsatz 70 Prozent mehr Fahrgäste erzielt. Das sei ein enormer Erfolg, wie Schulz erklärte. 

Gerade in der Infrastruktur gibt es aber auch nach 20 Jahren noch immer Probleme. Zwar sind die ersten Anlaufschwierigkeiten der neuesten Zug-Generation zum Teil behoben, dennoch fehlen noch immer einige Fahrzeuge. „Die Kapazität ist das Problem, nicht die Geschwindigkeit“, ist sich Schulz darüber bewusst, dass es oft eng wird im Berufsverkehr. Spätestens mit dem Fahrplan 2015 soll sich dieses Dilemma aber auflösen, denn bis dahin sollen die restlichen Fahrzeuge, die noch nachgeliefert werden müssen, im Einsatz sein.

seien vor allem die Trassengebühren ein Faktor für höhere Fahrpreise. Für jeden Kilometer, der auf der Schiene gefahren werde, müsse gezahlt werden. Derzeit seien es etwa fünf Euro. Gerade zu Zeiten, in denen wenig Gäste fahren, sei dies eine erhebliche Belastung. „Das ärgert uns“, gestand Schulz. Man müsse davon abkommen, nach Kilometern zu rechnen, sondern durch ein System, vergleichbar mit einer Vignette, die Kosten senken, schlug er vor. 

Mit vielen der bisherigen Ausbaumaßnahmen zeigte sich Schulz hingegen äußerst zufrieden. „Es ist etwas passiert“, lobte er verschiedene Streckenverbesserungen, wie die Begradigung einer Kurve bei Polling. Die Strecke bei Ohlstadt sei im nächsten Jahr dran. Allerdings werde noch bis nach dem G8-Gipfel in Elmau gewartet. Auch den barrierefreien Umbau der Bahnhöfe sieht er auf einem guten Weg. Gerne hätte Schulz noch weitere Verbesserungen, wie etwa einen Ausbau zur Zweigleisigkeit, angekündigt. Doch derartige Pläne gibt es derzeit nicht. „Was fehlt, ist mehr Geld aus Berlin“, kritisierte Schulz. Dennoch lässt er Bahnkunden hoffen: „Ich bin optimistisch, dass weitere Entwicklung kommt.“

Von Ursula Gnadl

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