Jordan Wenninger über seine Arbeit beim TC Weilheim und seine Zeit als ATP-Spieler

"Das war eine riesen Chance"

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Jordan Wenninger bei seinem größten Hobby, das er gleichzeitig zum Beruf gemacht hat.

Weilheim – Mit gerade einmal 23 Jahren ist der gebürtige Münchner Jordan Wenninger für alle Mannschaften des Tennis Clubs Weilheim zuständig. Besonderes Augenmerk legt er dabei auf die Jugendarbeit. Mit Kreisbotenvolontärin Sofia Wiethaler hat er über seine weiteren Pläne und über Zeit in der ATP (Association of Tennis Professionals) gesprochen.

Wo wohnen Sie?

Wenninger: „Ich habe eine Wohnung in München. Allerdings habe ich auch ein Zimmer auf dem Gelände des TC Weilheim. Somit muss ich nicht jeden Abend nach Hause fahren.“

Haben Sie, vom Tennis abgesehen, noch andere Hobbies?

Wenninger: „Ich bin begeisterter Skifahrer, außerdem mag ich alles, was mit Bergen zu tun hat.“

Wie sind Sie zum Tennissport gekommen?

Wenninger: „Ich konnte mit drei bis vier Jahren schon relativ gut Federball und solche Dinge spielen. Im Italienurlaub hat mir dann meine Mutter eine Art Tennisschläger in die Hand gedrückt und ich habe auf Anhieb den Ball getroffen. Daraufhin hat sie mich in einem Tennisverein angemeldet. Danach ging alles ziemlich schnell. Ich habe zum Beispiel bei den ITF-Junior Turnieren gegen Gleichaltrige mitgespielt.“

Das war sicher eine aufregende Zeit.

Wenninger: „Ja, in dieser Zeit waren wir wahnsinnig viel unterwegs, mitunter vier Wochen in Kroatien. Das war eine hammer coole Zeit. Viele denken, dass man dabei etwas verpassen würde, aber das sehe ich nicht so. Man ist ja die ganze Zeit mit Freunden zusammen und lernt viele neue Leute kennen.“

Wie ließ sich das mit der Schule vereinbaren?

Wenninger: „Ich bin ganz normal auf ein Gymnasium gegangen. Allerdings ist es in Deutschland sehr schwierig, den Sport mit der Schule zu verbinden. An meiner Schule hatte man zwar Verständnis, an längeren Turniere konnte ich aber nur während der Ferien teilnehmen.“

Welchen Rang haben Sie zuletzt in der ATP belegt?

Wenninger: „Ich war, bis ich 19 war, in der ATP in der ersten Runde, bei den ‚Futures‘, vertreten. Zuletzt habe ich Rang 250 in Deutschland besetzt. Danach habe ich mich aber zu einer Trainerausbildung entschieden.“

Wie ist diese Ausbildung abgelaufen?

Wenninger: „Ich habe die staatlich anerkannte Ausbildung gemacht, die über den Verband läuft. In diesen zwei Jahren musste ich mehrere Lehrgänge besuchen und auch Praktika absolvieren.“

Wie sind Sie zu der Trainerstelle in Weilheim gekommen?

Wenninger: „Durch Kontakte. Der TC Weilheim hat damals gesucht und bei einem anderen Trainer nachgefragt, der mich empfohlen hat. Danach nahmen wir Kontakt auf. Meines Wissens nach bin ich der jüngste Cheftrainer in Bayern, deswegen habe ich mir am Anfang schon überlegt: ‚Traust du dir das zu?‘. Es war eine große Herausforderung, aber auch eine riesen Chance. Inzwischen bin ich seit zwei Jahren in Weilheim und ich bin sehr zufrieden. Außerdem habe ich auch Unterstützung durch Trainerassistenten und den Sportwart. Hinzu kommt, dass ich und der Vorstand sehr gut zusammen arbeiten, das ist leider nicht in jedem Verein so.“

Sie engagieren sich stark in der Jugendarbeit des Vereins, was sind dabei Ihre Ziele?

Wenninger: „Mein Ziel ist es, dass die Kinder später einmal das Niveau haben, um in der Damen- oder Herrenmannschaft spielen zu können. Außerdem macht es Spaß, zu sehen, wie die Kinder besser werden. Deshalb möchte ich auch an den unter Zehnjährigen dran bleiben, bei denen haben wir gerade einen ganz guten Stamm. Den gilt es jetzt zusammenzuhalten.“

Gibt es Tricks, um die Begeisterung der Kinder aufrecht zu erhalten?

Wenninger: „Ja, wir machen zum Beispiel gemeinsame Ausflüge. Zuletzt waren wir bei den BMW Open in München, das hat die Kinder voll mitgerissen. Danach waren sie viel motivierter. Im Tennis hat man nicht so schnell Erfolg, was dann natürlich auch nicht so viel Spaß macht. Aber wenn die Kinder miteinander spielen, macht ihnen das viel Freude.

Zudem haben wir zirka 15 Kinder durch eine Aktion an der Hardtschule dazugewonnen. Dort haben wir in jeder Klasse eine Sportstunde übernommen. So kam auch die SAG (Sacharbeitsgruppe) zustande, die wir in der Hardtschule betreiben. Zukünftig würde ich gerne in die Kindergärten gehen, um auch die kleineren Kinder zu erreichen.“

Spielen Sie immer noch aktiv in Ligen?

Wenninger: „Ja, ich spiele in der Deutschen und der Österreichischen Liga. Mein österreichischer Verein ist der TC Kolsass, dort spiele ich, wie auch in Weilheim, in der ersten Herrenmannschaft.“

Vielen Dank für das Gespräch.

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