Lob für Jung-Gesellen – Kreishandwerksmeister erhebt 208 Lehrlinge in den Gesellenstand

Der Reiz des Handwerks bewährt sich auch im Krisenjahr 2009/2010. Mit 208 am vergangenen Freitag freigesprochenen Jung-Gesellen zeigt der Trend im Oberland weiterhin nach oben. Auch die Zahl der Lehrlinge legte noch einmal von 292 im Jahr 2008 auf 315 bis Ende 2009 zu. Die Masse der Prüflinge stellten die Kfz-Mechatroniker mit 74 Absolventen.

„Sie haben es erfolgreich geschafft. Nutzen Sie ihre gemachten Erfahrungen und neuen Chancen. Bleiben Sie am Ball. Wir brauchen Sie als Verantwortungsträger und Garanten unserer Finanzkraft“, gratulierte Weilheims zweiter Bürgermeister Ingo Remesch den Absolventen. Landrat Dr. Friedrich Zeller sprach von der traditionellen Krisensicherheit des Handwerks, das in der ganzen Welt einen ausgezeichneten Ruf genieße. „Sie können stolz auf ihren Gesellenbrief sein“, sagte er in seinem Grußwort. Oberstudienrat Dr. Burkhard Köster wandelte in seiner Ansprache das Obama-Zitat „Yes, We can“ in „Yes´, You can“ um und beschrieb das Prüfungszeugnis als Eintrittskarte in ein erfolgreiches Berufsleben. „Sie sind Deutschlands wertvollster nachwachsender Rohstoff“, lobte der Berufsschulleiter. Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl hatte in seine Rede Lob für die Leistungen der Junghandwerker gepackt wie auch Kritik an der Bundespolitik. Populismus mache sich mit Seifenblasen-Versprechen breit. Das Handwerk erwarte jedoch sachorientierte Entscheidungen und schnelle Problemlösung. Zirngibl appellierte an die Jung-Gesellen, sich auch in der Kommunalpolitik zu engagieren. „Wenn wir uns nicht mit der Politik beschäftigen, dann wird nicht mit, sondern über uns entschieden“, betonte er. Die Hauptschule sieht Zirngibl als unverzichtbar für das Handwerk, da zwei Drittel aller Lehrlinge von dort kämen. Er begrüßte die bevorstehende Reform als bayerische Mittelschule. Obwohl die Ausbildungsbetriebe im Wesentlichen von den Bewerbern nur die Beherrschung der deutschen Sprache, handwerkliches Talent und Interesse am Beruf erwarteten, gebe es weiterhin mit steigender Tendenz Probleme. Mehr als jeder siebte Lehrling schaffe die theoretische Prüfung nicht. Zum Schluss erhob Zirngibl die Junghandwerker mit der traditionellen Formel in den Gesellenstand. Umrahmt wurde die Freisprechungsfeier von der Big Band des Gymnasiums.

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