Jupa will Flagge zeigen

Bei der Wahl des 5. Jugendparlaments (Jupa) im März hat sich bestätigt: Weilheims Nachwuchs zeigt wenig Interesse an politischen Themen. Nur 7,6 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Das soll sich ändern. Wie, das machten Jupa-Vertreter jüngst im Stadtrat deutlich.

In den Schulen politische Aufklärungsarbeit betreiben und das Jupa bekannter machen wollen die zehn gewählten Jungparlamentarier. „Jeweils zwei Stadträte und Jupa-Vertreter berichten den Schülern, wie die Arbeit in Stadtrat und Jupa funktioniert“, so stellt sich Florian Slivinsky die Praxis vor. Die Politikverdrossenheit soll bei den von Lehrern begleiteten Infoveranstaltungen ebenso thematisiert werden wie die Folgen des Nichtwählens. Für die „mutige Idee“ (Ju- gendreferentin Stephanie Hackl, BfW) erfuhr das Jupa im Stadtrat Lob und Anerkennung. „Froh, dass sich bürgerschaftliches Engagement schon bei den Jungen verfestigt“, zeigte sich Alfred Honisch. Nicht einverstanden erklärte sich der Grünen-Stadtrat mit Silvinskys Aussage, bei den Schulbesuchen auf Parteinennungen zu verzichten, da hier keine Parteiveranstaltungen stattfinden dürfen. „Politik steht und fällt damit, wer man ist“ und wofür man stehe, so Honisch. Dr. Norbert Vidal (BfW) forderte die Jungparlamentarier auf, dafür zu sorgen, dass sich im„Come In“ nicht nur einseitige Besucherströme treffen, sondern dass es „ein offenes Haus für alle Jugendlichen“ wird. Der in der Sitzung anwesende „Come In“-Mitarbeiter und Streetworker Peter Sztascsak hat eine Situationsanalyse erstellt, die Klaus Gast gerne eingesehen hätte: „Wir sollten über den Status quo informiert sein.“ CSU-Kollegin Uta Orawetz berichtete von Cliquen, die sich im Umfeld des „Come In“ treffen würden und regte an, dass Sztascsak dieses Gebiet mitbetreuen soll. Den Außenraum des Juze zu überwachen sieht Ingo Remesch (SPD) aber nicht als Aufgabe des Streetworkers an. Vielmehr sollte mit einem Anbau das räumliche Angebot im „Come In“ erweitert werden. Stadtjugendpflegerin Karin Hinzpeter-Gläser, zur Offenheit des Juze um Stellungnahme gebeten, berichtete von „vielen Stammgästen unterschiedlicher Nationalitäten“. Andere kämen nur zu bestimmten Anlässen, erklärte sie und betonte, dass in dem Haus „Integration gelebt“ werde. Jupa-Vorsitzender Michael Bertram kritisierte, dass in Weilheim ein Platz fehlt, wo die Jugendlichen kostengünstig Veranstaltungen ausrichten kön- nen. Als idealen Ort nannte er den Festplatz, „weil hier die Infrastruktur vorhanden ist“. Bürgermeister Markus Loth (BfW) verwies auf Verträge mit den Wirten und versprach, sich um eine Lösung zu bemühen.

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