Kardinal Schönborn über die Liebe, Familie und die Schrift "Amoris laetitia" bei den Weilheimer Glaubensfragen

"Allein die Liebe weiß den Weg zu finden"

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Kardinal Dr. Christoph Schönborn referierte bei der dritten Veranstaltung der Weilheimer Glaubensfragen im Haus der Begegnung.

Weilheim – „Leicht ist der Weg der Liebe nicht, aber voller Freude“, schloss Kardinal Dr. Christoph Schönborn seinen Vortrag zum Thema Liebe, Barmherzigkeit, Ehe und Familie im Haus der Begegnung. Seine Worte dürften für die zahlreichen Besucher der Weilheimer Glaubensfragen impulsgebend sein.

Zunächst trug sich Kardinal Schönborn, im Beisein von Bürgermeister Markus Loth und Landrätin Andrea Jochner-Weiß, in das Goldene Buch der Stadt Weilheim ein. „Es ist uns eine besondere Ehre“, erklärte Loth.

Dann folgte der Vortrag, bei dem Kardinal Schönborn daran erinnerte, dass jeder von uns Eltern hat, dass es ohne sie keine Biografie gibt und Eltern und Familie daher eine Urwirklichkeit darstellen. Die Grundlage seines Vortrages war die Schrift „Amoris laetitia“, ein Schreiben von Papst Franziskus, das sich auf die Ergebnisse der Beratungen aus der Bischofssynode (2015) bezieht. „Ich bin damit aufgewachsen, dass man in einer Patchworkfamilie viel gutes erleben kann“, erzählte Schönborn. In jeder Familie gebe es etwas Gutes und das gelte es hervorzuheben und zu stärken. Entscheidend sei was da ist, nicht was fehlt. Die Kirche sollte dieses Gute unterstützen und fördern. Denn, „die Grundeinsicht des Evangeliums ist, wir alle bedürfen der Barmherzigkeit“.

Wenn eine Ehe scheitert oder erst gar nicht geheiratet wird, dann gilt es immer zu unterscheiden, warum das so ist. Es gibt keine allgemeine Norm, es kommt immer auf den einzelnen Fall an. Und, so erklärte der Kardinal, sei er froh, dass der Papst dies so formuliere. Dadurch werde der Menschlichkeit und dem Potenzial zur persönlichen Entwicklung jedes Einzelnen Raum gegeben. Dies gelte es zu motivieren und: „nichts motiviert uns mehr als die Freude an der Liebe“. Die Theologen dürften auch nicht vergessen über die Leidenschaft zu sprechen, sie fände sich ja auch in den vielen Engagements der Menschen wieder. „Liebe ohne Leidenschaft ist keine Liebe“, verdeutlichte Schönborn.

„Allein die Liebe weiß den Weg zu finden“, betonte der Kardinal zum Abschluss. Ganz gleich wie die Familiensituation ist, durch die Liebe können wir zu Gott finden, ein Gewissen entwickeln, Verantwortung übernehmen und zur Freiheit finden.

Von Melanie Wießmeyer

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