Karriere vor der Haustür: Das Dualstudium im Pfaffenwinkel

Seit dem Wintersemester 2007 kann im Pfaffenwinkel ein duales Fachhochschulstudium „Wirtschaft und Technik“ absolviert werden. Es umfasst die Betriebswirtschaft und das Ingenieurwesen. Die Theorie erfolgt durch die Fachhochschule für angewandtes Management (FhaM) in Erding, die Praxis bei „Hoerbiger“, „Hirschvogel“, „Zarges“, „Gaplast“ und „K&L Ruppert“. Über erste Erfahrungen sprach Schongaus Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl mit vier StudentInnen.

Gerbl sieht das duale Fernstudium als Chance für jene, die in ihrem bisherigen Job unzufrieden sind. So ging es auch der 28-jährigen Sophie Köpf. Die gelernte Bürokauffrau stand mitten im Berufsleben, als sie an einem Punkt angelangt war, an dem sie eine neue Herausforderung suchte. Nun ist sie bei „K&L Ruppert“ in Weilheim. Die 24-jährige Elisabeth Gansler, die bereits im vierten Semester studiert, geht demnächst für ihr Studium bei „Hoerbiger“ für dreieinhalb Monate in die USA. Das erste Lehrjahr verbringen die StudentInnen ausschließlich an ihrer Ausbildungsstätte, erklärt die 25-jährige Anna Staller von der Firma „Hirschvogel“. Ab dem zweiten Lehrjahr lernen sie die jeweiligen Firmenbereiche kennen. Gordon Borberg, der im zweiten Semester bei „Zarges“ studiert, sieht im starken Praxisbezug des dualen Systems eine große Chance. „Man weiß, wovon man redet, da man sein Handwerk von der Pieke auf gelernt hat und einem die Zusammenhänge bekannt sind.“ Dabei müssen die Vier Ausbildung und Privatleben unter einen Hut bringen. Familienvater Borberg spielt leidenschaftlich Eishockey beim EC Peiting. Dabei hilft es dem 31-Jährigen, dass sein Arbeitgeber Rücksicht nimmt, wenn es die äußeren Umstände erfordern. An drei Tagen in der Woche arbeiten die StudentInnen in ihrem Unternehmen. Zwei Tage in der Woche sind „frei“ für das Studium. Regelmäßig stellen die Dozenten Lerninhalte auf eine Lernplattform im Internet, und per E-Mail sind sie für ihre Schützlinge erreichbar. In den Präsenzphasen kommen die Dozenten direkt zu den Unternehmen. Nur vor den Prüfungen wird es stressig. Das ist aber gut zu machen, sind sich alle vier einig. Die Prüfungen finden an der Fachhochschule in Erding statt. Mit dem international anerkannten Abschluss „Bachelor of Arts“ qualifizieren sich die StudentInnen für das mittlere Management. Gerbl schätzt die Leistung der StudentInnen hoch ein, die neben der „normalen“ Ausbildung noch ein Studium absolvieren. Da er selbst den zweiten Bildungsweg über die Abendschule gegangen ist, weiß er, „was es heißt, über das normale Pensum hinaus zu arbeiten“. Derzeit büffeln im Pfaffenwinkel 16 StudentInnen im zweiten Semester und neun im vierten. Für den Studienbeginn im Oktober sind noch Plätze frei. Auch ohne Firma kann an der FhaM „unternehmensnah“ studiert werden, erklärt Dr. Gudrun Voggenreiter, sie betreut die Studenten bei „Hoerbiger“. Infos: www.myfham.de/Schongau oder bei der Studienberatung, Tel. 08122/9559480. Voggenreiter gibt Tipps per Tel. 08861/2560-2960 oder E-Mail: gudrun.voggenreiter@Hoerbiger.com.

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