Familie bangt um das Leben ihres Haustiers – Zeugen gesucht

Wer hat auf Sprotte geschossen?

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Sprotte sucht Schutz bei ihrem Frauchen Andrea Waschkowitz. Die ganze Familie – Sohn Tristan mit Katze Ronja und Vater Elgo – kann noch nicht fassen, was ihrem geliebten Haustier zugestoßen ist.

Weilheim – Als Katze Sprotte am letzten Mittwoch in ihr Zuhause in der Herbststraße kam, verhielt sie sich komisch. Anstatt wie immer zu miauen, stand sie einfach nur apathisch da und zitterte. „Eine kleine Rangelei mit einer anderen Katze“, dachte Familie Waschkowitz. Doch nach und nach kam die unglaubliche Ursache für das Leiden des Tieres heraus.

„Am Schwanz und am Kopf war Blut, teils schon getrocknet“, erinnert sich Andrea Waschkowitz. Nachdem Sprotte sich immer mehr zurückzog und schreckliche Schmerzen hatte, brachte das besorgte Frauchen das Tier in die Klinik. „Zunächst glaubte die Ärztin auch an einen Kampf und Bissspuren“, erzählt Andrea Waschkowitz. Doch dann hatte die behandelnde Medizinerin den richtigen Riecher und ließ die Katze röntgen. Als das Röntgenbild fertig war, konnte es keiner so richtig glauben: Sprottes ganzer Körper war mit Schrotkugeln übersät – mehr als 20 allein im Oberkörper. 

Fürs Erste konnten die Ärzte die zierliche Tigerkatze ruhigstellen und ihr die schlimmsten Schmerzen nehmen. Nach einer Nacht in der Klinik durfte Sprotte wieder nach Hause. Die Gefahr ist damit aber noch nicht gebannt. „Die Schrotstücke können in die Organe wandern“, bangt die Familie immer noch, ob Sprotte überlebt. Eine Operation wäre durch die weite Streuung der Kugeln kaum möglich. 

Doch wer hat auf das Tier geschossen? Das ist bisher unklar. Es könnte ein Jäger gewesen sein. Wenn Katzen sich mehr als 300 Meter vom nächsten bewohnten Gebäude entfernen, ist das erlaubt. „Ich hoffe, dass das Gesetz endlich abgeschafft wird“, appelliert Andrea Waschkowitz an die Politik.

Es könnte aber auch ein Katzen-Hasser gewesen sein. Die Familie kann nur mutmaßen. Auch bei der Polizei läuft eine Anzeige gegen Unbekannt. 

„Wir wollen vor allem die Leute warnen“, möchte Andrea Waschkowitz den Vorfall öffentlich machen. Oft hingen in der Nachbarschaft Zettel mit vermissten Katzen. „Vielleicht wurde auch auf andere Katzen geschossen, die es nicht mehr heim geschafft haben“, sagt sie traurig. Nun setzt sie darauf, dass jemand zwischen Montag 17 Uhr und Mittwoch 22.30 Uhr in der Nähe der Herbststraße oder an der Ammer einen Schuss gehört oder etwas Verdächtiges beobachtet hat. 

Bis auf Weiteres bleiben die beiden Katzen der Waschkowitz’ im Haus. Dennoch sollen Sprotte und Ronja wieder zu Freigängern werden. „Katzen haben den Drang nach draußen“, möchte die Familie ihre Tiere möglichst artgerecht halten. Durch eine chipgesteuerte Katzenklappe können die beiden sogar entscheiden, wann sie raus oder rein wollen. Angst hat Andrea Waschkowitz dennoch. „Künftig werde ich die beiden über Nacht im Haus lassen.“ 

Hinweise nimmt die Polizei unter Tel. 0881/640 210 an.

Von Ursula Gnadl

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