Keim-Killer: Händewaschen – Einfache Mittel können vor Krankheitserregern schützen

Plädieren für Händedesinfektion: (v.li.) Elisabeth Ulmer, Dr. Angelika Graeger, Dr. Karl Breu, Dr. Armin Kirschner. Foto: Gnadl

Jährlich fangen sich deutschlandweit circa 500 000 Menschen Krankenhausinfektionen ein. Etwa 10 000 sterben daran. Doch so weit muss es nicht kommen. Daher setzen Gesundheitsamt und Krankenhaus GmbH auf Prävention.

„30 Prozent der Infektionen könnten durch Aufklärung und richtiges Verhalten vermieden werden“, ist sich Dr. Karl Breu, Leiter des Gesundheitsamtes, sicher. Seit etwa einem halben Jahr stehen daher in den Kliniken der Krankenhaus GmbH Hygienespender. „Sie werden von den Besuchern gut angenommen und müssen oft nachgefüllt werden“, freut sich Geschäftsführerin Elisabeth Ulmer. „Die Händedesinfektion ist der Schlüssel“, fügt sie hinzu. „70 Prozent der Keime werden von außen ins Krankenhaus getragen“, erklärt Dr. Breu. Gerade zum Schutz vor multi- resistenten Keimen, wie MRSA, sei es sinnvoll, Hygienestandards zu wahren. „Zu Hause ist vor allem das gründliche Händewaschen mit Seife wichtig“, betont Breu. Die vielen in der Werbung angepriesenen keimtötenden Mittel seien nur selten notwendig. In Krankenhäusern gestaltet sich das Ganze schwieriger. Seit 2005 ist Dr. Armin Kirschner, Chefarzt der Anästhesie, zusätzlich als Hygienebeauftragter tätig. Zu diesem Zeitpunkt war die Krankenhaus GmbH ihrer Zeit bereits weit voraus, denn erst seit Kurzem sind derartige Maßnahmen gesetzlich vorgeschrieben. „Die Leute werden immer älter und damit anfälliger“, so Ulmer. Daher sei vorausschauen- des Handeln von großer Bedeutung. Oftmals sind die Krankengeschichten der Patienten un- durchsichtig. Viele wurden bereits vor dem Krankenhausaufenthalt zu häufig mit Antibio- tika behandelt. Daraus resultieren oft Resistenzen der Krankheitserreger – kein Medika- ment schlägt mehr an. Die Kliniken im Landkreis liegen bei der Anzahl der Erkrankungen, unter anderem durch MRSA, vor allem durch das gute Hygienemanagement, deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Damit das so bleibt, soll die ohnehin gute Zusammenarbeit zwi- schen Kliniken und Gesundheitsamt noch weiter ausgebaut werden. Für besonders wichtig halten Breu und Ulmer beim Kampf gegen Erreger auch, dass der bereits entstandene Dialog mit Rettungs- und Pflegediensten, Altenheimen und den niedergelassenen Ärzten weiter verstärkt wird. Zum Hygienetag am Dienstag, 12. Juni, laden Gesundheitsamt und die Krankenhäuser in Peißenberg (8.30 bis 9.30 Uhr und 14 bis 15 Uhr), Weilheim (10 bis 14 Uhr) und Schongau (11 bis 15 Uhr) Interessierte ein.

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