Marktgemeinderat lehnt Antrag ab

Keine E-Book-Ausleihe in Peiting

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 In der Peitinger Bücherei wird es keine Möglichkeit geben, E-Books auszuleihen. Der entsprechende Antrag der Grünen fiel im Gemeinderat durch.

Peiting – Peitinger Gemeinderäte blicken im Sparkassensaal vor zur Leinwand, wo ein Film über die Bücherei von Paderborn läuft. Ja, Sie lesen richtig! Ein Film über die Bücherei von Paderborn. Anhand dieses Clips sollte nämlich aufgezeigt werden, wie die Ausleihe von E-Books dort funktioniert, wo es sie seit einigen Jahren gibt. Auf das Beispiel der westfälischen Großstadt mit ihren 140 000 Einwohnern haben Thomas Elste und Thomas Brennauer verwiesen, als sie ihren Antrag zur Onlinemedien-Ausleihe für Peiting in den Gemeinderat einbrachten. Doch eine deutliche Mehrheit im Gremium bewertet das Thema anders und lehnt es ab, dass die Marktgemeinde in eine E-Book-Ausleihe investiert.

Auch der Hinweis von Thomas Elste, dass es sich um „eine sinnvolle Ergänzung“ handle, mit der sich neue Leser gewinnen ließen, und dass sich auch das kleinere Steingaden so was leistet, konnte die meisten im Gemeinderat nicht umstimmen. Allgemein hieß es, dass die Peitinger dazu ab nächstem Jahr den Online-Verleih der Bücherei am Münztor in Schongau nutzen könnten.

Die Kosten für das Angebot des Online-Kataloges würden sich für den Markt Peiting auf einmalig 1300 Euro und jährlich 1700 Euro belaufen, heißt es in einer Vorlage, die Geschäftsstellenleiter Stefan Kort für die Gemeinderäte aufbereitet hat. Bei einer möglichen Verbundlösung mit den drei Gemeinden Peiting, Schongau und Altenstadt wären demgegenüber keine Einsparungen zu erzielen.

Jeder Peitinger, der die E-Book-Ausleihe in Anspruch nehmen möchte, kann ab 2017 das Angebot der Bücherei am Münztor in Schongau nutzen. Wer dort Mitglied sei, könne sich auch in den Büchereien in Altenstadt und Peiting für einige Wochen kostenfrei was aussuchen. Dies ist Bestandteil der Ikek-Zusammenarbeit. Die Buchstaben stehen für den Begriff Interkommunales Entwicklungskonzept.

Während CSU-Gemeinderat Herwig Skalitza diese Form der Ausleihe schon als veraltet ansieht („Da ist der Zug doch längst abgefahren“) und darauf verweist, dass jeder mit einer App für zehn Euro im Monat auf viele Medien zugreifen könne, nennt Bernhard Huber einen ganz anderen Grund für seine ablehnende Haltung. Einrichtungen wie die VHS, das Museum, das Jugendzentrum oder die Pfarr- und Gemeindebücherei seien wichtig, damit Menschen sich begegnen. Die Gemeinde solle keinen finanziellen Beitrag dafür leisten , damit jemand zu Hause fernab der Kommunikation „vor dem blöden Kasten“ – gemeint sind PC, Laptop oder Tablet – Medien online aufrufen könne.

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