Keine staatliche Hochschule vor Ort – Staatsminister Heubisch: Standort Weilheim zu teuer, private Bildungseinrichtung denkbar

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KATHARINA GSÖLL, Weilheim – Eine Hochschule wird es in Weilheim vorerst nicht geben. Das stellte der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch (FDP), am vergangenen Dienstag im Landratsamt klar. Bei einer Veranstaltung zum Thema „Weilheim-Schongau als möglicher Hochschulstandort“ diskutierte er dort mit Landrat Dr. Friedrich Zeller und Prof. Christian Werner, Präsident der privaten Fachhochschule für angewandtes Management (FHAM) in Erding. Qualifizierte Fachkräfte als Stand-ortfaktor für den Landkreis Weilheim-Schongau wünscht sich Zeller, wie er in seiner Einführung deutlich machte. „Den Kampf um die talentierten Köpfe können wir nur mit einer eigenen Hochschule dauerhaft bestehen. So könnten wir der Abwanderung in die Großstädte entgegenwirken und die Leute dazu motivieren, in unserer Region Unternehmen zu gründen“, betonte Zeller. Die Entscheidung für oder gegen eine Hochschule sei, laut Heubisch, für das Ministerium schwierig, denn Weilheim stehe in Konkurrenz mit 50 weiteren möglichen Hochschulstandorten in Bayern. Ausschlaggebend für die Absage an Weilheim sei gewesen, dass die Schaffung neuer, kleinerer Hochschulen oder Zweigstellen um 20 bis 25 Prozent teuerer sei, als der Ausbau bereits bestehender Standorte. „Bis sich eine Hochschule vollständig etabliert hat, dauert es etwa zehn Jahre. Dafür ist vor allem eine ausreichende Anzahl an Studenten, 3000 bis 5000 Menschen, nötig, um Professoren dauerhaft an einem Standort halten und hochwertigen Unterricht gewährleisten zu können“, erklärte Heubisch. In Weilheim sei diese Voraussetzung nicht erfüllt – trotz des doppelten Abiturjahrgangs, der in zwei Jahren bis zu 50 Prozent mehr potentielle Studienanfänger bereitstellt. Was aber in Weilheim vor allem fehle, sei ein deutliches Signal der Wirtschaft, ohne die der Aufbau einer Hochschule nicht möglich sei. „Die Alternative, eine private Hochschule nämlich, ist dann möglich, wenn sich Unternehmen langfristig zu einer Kooperation bereit erklären“, wie Prof. Werner aus Erfahrung weiß. Auch eine private Hochschule lasse sich nur mit einer ausreichenden Anzahl geeigneter Studenten aufbauen. Die Zusammenarbeit der FHAM mit den Firmen K&L, Hörbiger und Hirschvogel bei dualen Studiengängen sei sehr gut. Der Vorteil dieser Studiengänge liege im direkten Vergleich von Theorie und Praxis, den die Studenten an staatlichen Universitäten oft nicht haben. Eine private Fachhochschule kann sich auch Heubisch für Weilheim gut vorstellen: „Ich würde das unterstützen.“ Es liege somit zum einen bei der regionalen Wirtschaft, zum anderen aber an den potentiellen Studenten, ob in der Region Weilheim-Schongau der Bedarf einer Fachhochschule dauerhaft gewährleistet ist.

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