750 Kilogramm im rasanten Galopp

Schon der historische Umzug der Ochsen zur Rennbahn zeigte klar, auf wen man wetten sollte und auf wen besser nicht. Die Ochsen, die traditionelles landwirtschaftliches Gerät zogen, trotteten entweder brav hinter ihren Führern her oder wehrten sich vehement und erreichten die Rennbahn nur nach gutem Zureden, Füttern und dem einen oder anderen Klaps auf das Hinterteil.

Etwa 8000 Menschen waren zum Ochsenrennen der Haunshofener Ochserer e.V. gekommen, um sich bei bestem Wetter das ungewöhnliche Treiben der Tiere und ihrer Reiter nicht entgehen zu lassen. Die Ochserer betonten gleich zu Beginn, dass jeder teilnehmende Rennochs artgerecht aufgezogen und ohne Tierquälerei abgerichtet wurde. So wurden die Tiere vor dem Rennen amtstierärztlich untersucht und hatten in den Wartepausen währenddessen stets einen Schattenplatz zur Verfügung. Die Reiter, überwiegend junge Haunshofener, in diesem Jahr auch eine Frau, tragen laut Ochserer-Verein dazu bei, die Tradition des Ochseneinspannens und –fahrens zu bewahren. Dass aber einige Tiere, Tradition hin oder her, keine Lust auf das Rennen hatten, zeigten sie eindrucksvoll: In der zweiten Runde wurde ein mutiger Reiter von seinem Ochsen direkt nach dem Start auf den Boden der Tatsachen befördert. Dass die Ochsen ihren eigenen Kopf haben, bewiesen sie immer wieder, denn nicht alle rannten in die gleiche Richtung und manche erreichten die Ziellinie nach 180 Metern, lange nachdem der Sieger der Runde feststand, nur missmutig und mit vielen Leckerlis im Bauch. Nachdem Ochs und Reiter die ersten vier Durchgänge und das Halbfinale mehr oder weniger erfolg-reich hinter sich gebracht hatten und die letzten vier Finalisten feststanden, spielte noch einmal die Huglfinger Blechmusi auf, bevor es in die alles entscheidende Runde ging. In den Startboxen machten sich Matthias Steigenberger auf „Heinze dem Träumer“, Leonhard Steidl junior auf „Max dem Strammen“, Andreas Zach auf „Alois dem Glücklichen“ und Hubert Kergl junior auf „Willy will’s wissen“ bereit. Während „Alois“ und „Willy“ von Anfang an nur schwerfällig dahintrabten, lieferten sich „Max“ und „Heinze“ ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen im Galopp. Schließlich war der mit 730 Kilogramm seinem Kontrahenten gewichtsmäßig überlegene „Heinze“ etwas schneller und entschied das Rennen für sich und seinen stolzen Reiter.

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