Bisher keine Unterstützung bei Mittagsbetreuung – Stadt möchte für günstigere Hortplätze sorgen

Eltern zahlen mehr für ihre Kinder

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Die kleinen Künstlerinnen müssen sich um ihre Betreuung keine Sorgen machen.

Weilheim – Die städtischen Kindergärten werden teurer: Eltern müssen für die Betreuung ihrer Sprösslinge ab dem 1. September ein bisschen tiefer in die Tasche greifen. 

Der Stadtrat beschloss, mit drei Gegenstimmen der Grünen Partei, die Gebühren für die Kindergärten um drei Euro, und für die Kinderkrippen um sechs Euro im Monat zu erhöhen. So zahlen Eltern, die ihr Kind zum Beispiel für vier bis fünf Stunden am Tag in den Kindergarten bringen, nun 90 Euro (87).

Der Hauptausschuss hatte sich mit dem Thema Ermäßigung befasst, denn 2009 hatte die Fraktion GRÜNE-FW-FDP den Antrag gestellt, die Gebühren für die Kitas zu reduzieren, beziehungsweise dass Eltern 40 Prozent für das zweite, und 70 Prozent für das dritte Kind weniger zahlen. Wolfgang Mini (FW): „Es wäre schade, wenn eine Stadt wie Weilheim es nicht schaffen würde, ihre Bürger zu entlasten. Wir sprechen immer vom familienfreundlichen Landkreis und dem Bund für Familien. Wenn wir die Ermäßigung nicht wollen, dann fallen vielleicht viele Familien durchs Raster.“

Die Stadtverwaltung setzte sich mit den betroffenen Trägern zusammen, um eine einheitliche Gebührenstruktur zu erhalten.


70 Prozent weniger zahlen

Die Ermäßigung wird nur für Kinder in Einrichtungen des gleichen Trägers erlaubt und nicht übergreifend auf alle Kindertagesstätten im Stadtgebiet angewandt. Der Stadtrat stimmte einer Reduzierung der Kosten von 70 Prozent für das älteste Kind zu. Diese Ermäßigung muss aber von den Eltern beantragt werden, automatisch erfolgt diese nicht. Da der Freistaat schon hohe Zuschüsse für das letzte Kindergartenjahr gab und die Träger einen hohen Verwaltungsaufwand hatten, werden die Gebührenermäßigungen erst einmal auf ein Jahr befristet. Sollte es bei den Trägern zu Gebührenausfällen kommen, wird die Stadt diese in voller Höhe erstatten. 


Wenig Geld für Mittagsbetreuung

Die Träger waren sich einig, dass der Landkreis den finanzschwächeren Eltern genug Unterstützung gibt. Diese Gelder würden bei neuen Ermäßigungssätzen entsprechend gekürzt und kämen dann gar nicht an. Außerdem habe Weilheim viele Sozialfonds, welche ebenfalls soziale Härten abfedern könnten.

Ein Problem sehen sie eher bei der Mittagsbetreuung. Da sind Eltern bei der Finanzierung völlig auf sich alleine gestellt. Alleinerziehende und einkommensschwache Familien wüssten oft nicht, wie sie eine Mittagsbetreuung finanzieren sollen. Den Trägern fehlt das Geld, um zusätzliches qualifiziertes Fachpersonal einstellen zu können, um eine bedarfsgerechte Betreuung anbieten zu können. Außerdem sei die Ferienbetreuung an den Schulbetrieb gekoppelt, so dass die übrigen Kinder nur über einen Hortplatz betreut werden könnten. Daher wurde angeregt, die für die Ermäßigung der Kita-Gebühren eingeplanten Mittel in eine preisgünstigere Mittagsbetreuung umzuschichten. Die Träger der kirchlichen Einrichtungen, der Kinderhilfe Oberland e.V. und der Montessori-Fördergemeinschaft sind bereit, die Ermäßigung mitzutragen. 

Derzeit erhalten Erziehungsberechtigte von der Staatsregierung einen pauschalen Zuschuss in Höhe von 50 Euro für das dritte Kindergartenjahr. Ab Herbst 2014 sind eine Anhebung auf 100 Euro geplant und ein Zuschuss von 50 Euro für das zweite Kindergartenjahr im Gespräch. 

Kindergartenreferentin Petra Arneth-Mangano (SPD) stimmte der Festlegung so zu. 

Heidrun Brugger (CSU) wollte wissen, ob Mütter auch nur gewisse Wochentage buchen könnten. Ralf Fabian vom Hauptamt erklärte aber, dass das wegen dem Kinderbildungsgesetz (Kibiz) nicht möglich sei. „Kinder müssen mindestens vier Tage die Woche untergebracht werden, um das Bildungs- und Erziehungsziel zu erreichen. „Das ist die Forderung“, erklärte er.  

Von Ursula Gnadl

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