Kino-Spots über das "Komasaufen"

Theater- und Körperübungen, Rollenspiele, die das Vertrauen auf die Probe stellen, und das Verstehen wichtiger Zusammenhänge und Vorgänge beim Film, das sind die Dinge, mit denen sich 30 Weilheimer SchülerInnen in der ersten Ferienwoche beschäftigten. Hintergrund ist ein Projekt des Gesundheitsamtes Weilheim, das sich mit Suchtprävention auseinander setzt.

Petra Regauer, die beim Gesundheitsamt für Suchtprävention verantwortlich ist, organisiert und leitet das Projekt „Präventions-Spots 2009 zum Komasaufen“. Unterstützt wird sie von Hildegard Hudezeck, Lehrerin für Theater am Gymnasium und an der Realschule Weilheim, dem Schweizer Schauspieler und Filmemacher Andreas Beutler, der seit 2004 das von ihm entwickelte Projekt „SehnSucht“ durchführt und diesen Workshop am Weilheimer Gymnasium leitet, und Peter Stückl, Kameramann beim Bayerischen Rundfunk und Filmproduzent, der das gesamte Projekt mit der Kamera begleitet. Während der Projekttage sollen die Jugendlichen selbst „Anti-Sucht-Spots“ entwickeln und umsetzen, die dann in Kinos im Landkreis Weilheim-Schongau gezeigt werden sollen. „Die beste Prävention ist die, die von den Jugendlichen selbst kommt. Zum einen, weil es ihr Selbstvertrauen stärkt, wenn sie sehen, dass sie etwas auf die Beine stellen können und zum anderen, weil die Spots auch gerade die Altersgenossen ansprechen“, erläutert Regauer. Auf die Beine stellen müssen die Jugendlichen so einiges, bevor es zum eigentlichen Dreh der Spots kommt: ein Drehbuch muss erstellt und geeignete Drehorte müssen gefunden werden, Kostüme, Make-Up, Licht, Bühnenbild, Tontechnik und was sonst noch zu einer professionellen Filmproduktion gehört, müssen organisiert werden. „In meinen früheren Projekten habe ich immer wieder festgestellt, dass die Jugendlichen mit enormem Elan an die Sache herangehen und viele kreative, oft überraschende Einfälle haben“, erzählt Beutler. „Auch hier in Weilheim ist das der Fall. Ich bestärke die Schüler in ihren Vorhaben und versuche, sie dazu zu animieren, Lösungen zu finden.“ Begeistert vom Ideenreichtum der jungen Leute ist auch Hermann Summer, Rektor des Weilheimer Gymnasiums. „Probleme mit Alkohol gibt es an jeder Schule. Das fängt teilweise schon in der sechsten oder siebten Klasse an. Deshalb müssen wir dringend etwas tun, um dieser Entwicklung entgegen zu wirken“, so der Schulleiter. Der Arbeitsort der Jugendlichen ist zunächst die Mensa des Weilheimer Gymnasiums, wo Konzepte erstellt werden und Grundsätzliches zum Thema Film geübt wird. Wo schließlich gedreht wird, entscheiden die Schüler selbst. Die ganze Entstehungsphase, vom ersten Brainstorming bis zum fertigen Spot, dokumentiert Stückl mit der Kamera, so dass am Ende ein „Making-Of“ vorliegt. Mit seinem filmischen Fachwissen steht er den Jugendlichen außerdem bei allen technischen Fragen zur Seite. Er wird die Spots zum Schluss auch in seinem Studio schneiden. „In den Gesprächen mit den Jugendlichen merke ich immer wieder, dass sie unglaublich viele Ideen haben. Die Herausforderung ist nun, das alles in einen Spot von nur 60 Sekunden Dauer zu packen“, sagt Stückl. Der Workshop, dessen Teilnehmer alle 13 und 14 Jahre alt sind, wird vom Gesundheitsamt gemeinsam mit dem Gymnasium Weilheim organisiert. Finanzielle Unterstützung geben die Regierung von Oberbayern und die Vereinigten Sparkassen Weilheim, die schon länger mit dem Gesundheitsamt zu Themen der Sucht- und Gewaltprävention unter Jugendlichen zusammenarbeiten.

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