"Kiss & Ride" am Busbahnhof

Seit Jahren mühten sich Weilheims Stadträte ab, um den Bahnhof ansehnlicher zu gestalten. Nun jagt eine gute Nachricht die nächste: Grundstücksverhandlungen, um einen Bus- bahnhof zu bauen, laufen und die Deutsche Bahn (DB) plant laut Bürgermeister Markus Loth einen Neubau des Bahnhofgebäudes.

Ein für die Grundstückskäufe notwendiges Konzept zur Neugestaltung des Bahnhofareals stieß bei seiner Vorstellung in der Stadtratssitzung auf breite Zustimmung: Ein autofreier Bahnhofsvorplatz, ein Busbahnhof und davor „Kiss&Ride“-Plätze. „Den Partner zum Bahnhof bringen und mit einem Kuss verabschieden“, erklärte Sonja Rube, Geschäftsführerin der mit der Planung beauftragten USP Projekte GmbH, die Kurzzeitparkplätze an der Kreuzung Bahnhofstraße/Bahnhofsallee. Sie sind direkt an der Einfahrt zum geplanten Busbahnhof, nördlich vom Bahnhofsgebäude, angedacht. „Derzeit fahren die Busse von der Bahnhofstraße oder der Bahnhofsallee auf das Grundstück, um dort zu wenden“, sagte Rube. Deswegen biete sich das Areal an. Ein weiteres Plus sei, dass die meisten Bahnfahrer von Gleis 1 und 2 abfahren würden. „Die Busse halten dann direkt an den Gleisen und die Passagiere könnten dadurch schneller zu ihren Zügen“, erklärte Rube. Damit die Regionalbusse einander nicht blockieren, sollen sie schräg versetzt voneinander – und nicht wie bisher auf der Bahnhofsallee hintereinander – parken. Um einen Bahnhofsvorplatz einzurichten, sieht das Konzept vor, die Bahnhofstraße für Autos zu sperren. Lediglich Taxis und Busse sollen dort fahren dürfen. Um den Postkunden nicht, wie von Uta Orawetz (CSU) bemängelt, zuzumuten, mit „ihren schweren Päck- chen“ zur Post zu laufen, sollen die Parkplätze vor dem Gebäude zur Bahnhofsallee verlegt werden. Bis zu 700 Stellplätze sieht Rube zudem für Fahrräder vor. An überdachten Stellplätzen könnten Radler ihre Vehikel am Rahmen abschließen. Das neugestaltete Konzept werde laut Rube „nicht vor 2010 bis 2011“ umgesetzt werden. „Die Planung ist notwendig für Zuschüsse durch die Regierung von Oberbayern und die Grundstücksverhandlungen“, sagte Loth. Diese würden nun mit dem Eigentümer, der Firma Aurelis, aufgenommen werden. Zudem hat die Regierung bereits die Förderung eines Zentralen Omnibusbahnhofes (ZBO) zugesagt. Die Gesamtkosten für den ZBO sollen sich auf etwa 8,5 Millionen Euro belaufen. Darin sind die Kosten für das Grundstück und die Straßen enthalten, die die Stadt Weilheim neu gestalten will. Die Ankündigung der DB, das Bahnhofsgebäude abzureißen und neu zu bauen, betrachtete Stefan Zirngibl (CSU) skeptisch. Loth beruhigte ihn: „Die Bahn will im ersten Quartal 2009 ein erstes Konzept vorstellen."

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