Klangliche Vielfalt

Witzig und elektrisierend, leidenschaftlich und romantisch zugleich: Das Herbstkonzert des Weilheimer Kammerorchesters bietet am Samstag, 15. November, in der Stadthalle Weilheim eine klangliche Vielfalt für Kenner der klassischen Musik, aber auch für „Laien“. Mit diesem „Experiment“ dringt das Ensemble in ungeahnte musikalische Dimensionen vor.

Die Bögen fliegen über die Saiten, die Finger bewegen sich flink hin und her, der Taktstock wirbelt durch die Luft. Die „Neunte Sinfonie“ von Dimitri Schostakowitsch verlangt dem Weilheimer Kammerorchester um Dirigent Ekkehard Hauenstein alles ab. Das „Finale Furioso“ erfüllt als ein klangliches Feuerwerk jeden Quadratzentimeter des Probenraumes im Dachgeschoss der Weilheimer Musikschule. Seit Wochen probt Dirigent Hauenstein mit den Streichern aus Weilheim Giacomo Puccinis „Preludio Sinfonico“, Gustav Mahlers „Rückert-Lieder“ und „Aus des Knaben Wunderhorn“ sowie Schostakowitschs „Neunte Sinfonie“, die den grandiosen Höhepunkt des Herbstkonzertes bilden soll. Parallel dazu studiert er die Werke mit dem „Jungen Symphonischen Bläserensemble München“ ein. Gemeinsam präsentieren die Streicher und Bläser mit der Sopranistin Gabriela Pechmannová, mit Schlagzeug, Harfe und Bass ein „klassisches Konzert der besonderen Art“ am Samstag, 15. November, um 20 in der Weilheimer Stadthalle. Das Weilheimer Kammerorchester wage sich mit diesem Konzert an ein Experiment heran, erklärt Arthur Wilm, stellvertretender Vorsitzender. Denn der Probeaufwand sei enorm, die Stücke seien unheimlich anspruchsvoll. „Jeder einzelne ist gefordert.“ Machbar sei dies nur mit professionellen Musikern an der Spitze. Besonders froh ist er deshalb darüber, dass Dirigent Hauenstein für das Weilheimer „Liebhaberorchester“ gewonnen werden konnte. Beim Herbstkonzert wachse das Kammerorchester als reines Streicher-Ensemble mit dem eingespielten, vollständigen Bläsersatz auf über 50 Mitwirkende an. „Jetzt haben wir die Gelegenheit, als Sinfonieorchester aufzutreten“, freut sich Wilm. Zwar dringe das Orchester mit diesem „Experiment“ in ungewohnte musikalische Dimensionen vor. „Aber man kann sich nur weiterentwickeln, wenn man an seine Grenzen geht“, ist der Violinist überzeugt. Das Programm biete alle Facetten eines großen Orchesters – von Ruhe und Ausgeglichenheit über „mahlerischen“ Gesang bis hin zum „Finale Furioso“, verspricht Hauenstein. Im ersten Teil des Konzertes sind Melodien von Puccini zu hören, bei denen den Zuhörern „das Herz aufgeht“. Anschließend werde die Solistin Pechmannová mit Gustav Mahlers romantischen „Rückert-Liedern“ das Publikum faszinieren. Die Sopranistin aus der Tschechischen Republik trat bereits in den Niederlanden, in Österreich, Frankreich, Italien und natürlich auch in ihrer Heimat auf. Schostakowitschs „Neunte Sinfonie“ sei ein „sehr witziges, unterhaltsames Stück“, das auch junge Leute ansprechen könne. „Das Stück macht wahnsinnig viel Spaß und wirkt unheimlich elektrisierend.“ Das bestätigt Wilm: „Schostakowitsch gibt Gas.“ Bewusst haben die Musiker fürs Finale die „Neunte Sinfonie“ ausgewählt: „Mein Wunsch war, Fröhlichkeit reinzubringen. Und das Werk lebt von viel Witz und Esprit“, erklärt der Dirigent. So anspruchsvoll das Konzert auch für die Musiker ist – es richtet sich nicht nur an Kenner der klassischen Musik, sagt Wilm. Auch „Laien“ erwarte ein klangliches Erlebnis, „leidenschaftliche Musiker und ein sehr schönes Programm, das man nicht alle Tage geboten bekommt“. Karten für das Herbstkonzert gibt es beim KREISBOTEN-Servicecenter, Kirchplatz 15 in Weilheim, Tel. 0881/9275869.

Meistgelesene Artikel

Es war einmal...

Region – Geschichten dienen als kulturelles Gedächtnis der Gesellschaft und sie regen die Fantasie an. Eine Form des Geschichtenerzählens ist das …
Es war einmal...

KönigsCard ab Mai

Landkreis – Die Gäste im Blauen Land, im Werdenfelser Land und im Allgäu nutzen sie bereits: Die KönigsCard, die ihnen im Urlaub zahlreiche …
KönigsCard ab Mai

Starker Start ins neue Jahr

Weilheim – Immer öfter kämpfen kleinere Geburtshilfeabteilungen ums Überleben – in der Weilheimer Frauenklinik scheint das nicht der Fall zu sein.
Starker Start ins neue Jahr

Kommentare