Hitzige Diskussion in Pfarrversammlung – Neuer Investor interessiert an Kloster Wessobrunn

Verärgert über den Bischof

Wessobrunn – Wie geht es mit dem Wessobrunner Kloster weiter? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer kurzfristig anberaumten Pfarrversammlung.

Hintergrund war ein Gespräch, das Pater Joyice, Kirchenpfleger Franz Langer und die Pfarrgemeinderatsvorsitzen- de Berta Graf mit Bischof Konrad Zdarsa in Augsburg geführt hatten. „Es dauerte eineinhalb Stunden und war ergebnisoffen“, berichtete Langer den rund 130 Interessierten im nahezu vollen Pfarrsaal.

Für Verwunderung sorgte der Brief, den Pater Joyice zum Abschluss überreicht bekommen hatte. „Darin wurde der Pfarrer angewiesen, dem Klinikkonzept zuzustimmen, ansonsten würde der Bischof eine Ersatzvornahme machen“, ärgerte sich Langer, der aufgrund dieser Drucksituation – zusätzlich gab es noch eine zweiwöchige Entscheidungsfrist – sogar schon über einen Kirchenaustritt nachgedacht hatte.

Dieser Brief brachte auch einige Wessobrunner in Rage. Von „Erpressung“ war die Rede, und auch über einen Austritt aus dem Bistum wurde laut nachgedacht.

Langer verlas eine E-Mail des Klinikinvestors, in der er seinen Rückzug noch einmal unterstrich, da sein Konzept keine breite Unterstützung in der Bevölkerung finde. Das Bistum hält aber daran fest, das zeigten die Ausführungen von Diözesan-Rechtsdirektor Josef Binder, der die Vorteile des Verkaufs in Form des Erbbaurechts und zum Zugangsrecht ausführlich erläuterte. Ungeachtet dessen musste er viel Kritik der Wessobrunner über die Vorgehensweise des Bischofs einstecken.

In der Versammlung trat noch ein weiterer Investor auf den Plan. Der Juniorchef der St.Leonhards-Quelle möchte das Kloster kaufen und dort eine Akademie für Wasserwissen, Ernährung und Berufungsberatung errichten. Bisher sei er aber nicht bis zur Oberin der Missions-Benediktinerinnen durchgedrungen, um sein Konzept vorzustellen. Es wurde die Forderung laut, das Ultimatum des Bischofs zu verlängern.

„Geben sie uns Zeit“, appellierte eine Besucherin an Binder, der zusagte, den Wunsch der Wessobrunner mit nach Augsburg zu nehmen. Die dreistündige Pfarrversammlung be- schloss Pater Joyice mit einem eindringlichen Appell an die Wessobrunner. „Bitte seid nicht verfeindet. Wir brauchen die Einheit in der Gemeinde.“ 

Von Roland Halmel

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