Kommandanten-Versammlung für 57 Landkreiswehren – Beste Zusammenarbeit aller Blaulichthelfer

Brandaktuelles für die Feuerwehren

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Die neuen Feuerwehr-Kommandanten mit ihren ersten Gratulanten: V. li.: Zweiter Bürgermeister Horst Martin, Daniel Comtesse (Werksfeuerwehr Herzogsägmühle), Tobias Lutz (Freiwillige Feuerwehr Lauterbach), Sebastian Boscolo (FF Polling), Kilian Köpf (FF Schönberg), Tobias Richter (WF Roche), Kreisbrandrat Dr. Rüdiger Sobotta, stellvertretender Landrat Karl-Heinz Grehl.

Weilheim/Landkreis – Die reibungslose Zusammenarbeit aller Blaulicht-Organisationen vom Roten Kreuz bis zum Technischen Hilfswerk lobte Kreisbrandrat Dr. Rüdiger Sobotta auf der Herbstversammlung der Kommandanten aller 57 Feuerwehren im Landkreis.

Besonders gut harmoniere die Feuerwehr seit jeher mit der Polizei, was Sobotta humorvoll mit einem Zitat aus einem erst kürzlich entdeckten Brief von König Ludwig II. an seinen Vetter Prinz Ludwig Ferdinand unterstrich. Über seine zunächst vereitelte Verhaftung schrieb der Monarch am 10. Juni 1886 aus Schloss Neuschwanstein: „Durch Gendarme und Feuerwehr, die sich tapfer entgegenstemmen, war dies vorläufig vereitelt!“

Über diese Art der Zusammenarbeit musste Harald Bauer, „Ober-Gendarm“ und Chef der Polizeiinspektion Weilheim, herzhaft lachen. Er war Ehrengast der Veranstaltung im Lehrsaal der Feuerwehr Weilheim, ebenso wie BRK-Kreisgeschäftsführer Hans Eberl, Weilheims Zweiter Bürgermeister Horst Martin und Karl-Heinz Grehl, stellvertretender Landrat. Alle Kommandanten und ihre Stellvertreter waren gekommen, um „brandaktuelle“ Informationen der Kreis-, Bezirks- und Landesfeuerwehrverbände sowie des Deutschen Feuerwehrverbandes für ihre jeweiligen Orts- und Werksfeuerwehren mitzunehmen.

Bürgermeister Martin dankte den Kommandanten und ihren Mannschaften für ihren unermüdlichen Einsatz und ihr Engagement, Ehrenamt, Beruf und Familie zum Wohle der Allgemeinheit uneigennützig unter einen Hut zu bringen.

Dem schloss sich Landratsvize Karl-Heinz Grehl an. Er habe die Feuerwehren heuer bei ihren Hochwassereinsätzen vor Ort beobachtet und war tief beeindruckt von deren Können und Hilfsbereitschaft. Grehl lobte den hohen Ausbildungsstandard der Landkreisfeuerwehren und bot an, sich tatkräftig für die Beschaffung von dringend benötigten Geräten und Ausrüstungen stark zu machen. Was Kreisbrandrat Sobotta gleich mit dem Wunsch nach „Sonderlöschmitteln und Atemschutz“ aufgriff.

Langjährige verdiente Kommandanten und Stellvertreter wurden verabschiedet. Mit Uhren oder Bierkrügen wurden geehrt: Norbert Rössle, Andreas Köpf, Martin Neuner, Georg Lutz, Rudolf Schropp, Josef Riesemann, Manfred Baum, Gerold Grimm, Michael Huber, Anton Schöttl und Hubert Troppmann. Bis zu 30 Jahre standen sie teilweise an der Spitze ihrer Orts- und Werksfeuerwehren, was die Kollegen mit viel Beifall quittierten.

Den gleichen Einsatz wollen die neuen Kommandanten an den Tag legen, die sich anschließend vorstellten: Kilian Köpf (Freiwillige Feuerwehr Schönberg), Tobias Lutz (FF Lauterbach), Klaus Straub (FF Peiting), Sebastian Boscolo (FF Polling), Tobias Richter (Werksfeuerwehr Roche) und Daniel Comtesse (WF Herzogsägmühle). Mit zwei weiteren Ernennungen wurde der Personalreigen beschlossen. Walter Weber ist jetzt Fachberater Katastrophenschutz und Behördenwesen und Kreisbrandmeister Stefan Himml wurde vom Landrats-

amt zum Örtlichen Einsatzleiter ernannt.

Kommt es zu einer Feuerkatastrophe, ist auf den schnellen Einsatz der Wehren im Landkreis mit ihren über 3 200 Mitgliedern Verlass. Besser aber ist es, den Ernstfall zu vermeiden. Sabine Rohm, Beauftragte für „Brandschutzerziehung und -aufklärung“ der Kreisbrandinspektion, referierte dazu. Brandverhütung und die Sicherheit der Kinder seien oberstes Ziel. Aufgrund der von Kindern und Jugendlichen verursachten Brände in Deutschland sterben jährlich circa 200 Kinder, über 6 000 Personen werden verletzt. Leichtfertiger, nicht geschulter Umgang mit dem Feuer führe jedes Jahr zu vielen vermeidbaren Brandopfern und immensen Sachschäden.

Die Feuerwehren des Kreises wollen zusammen mit den Eltern und Pädagogen die Brandschutzerziehung ab dem Kindergartenalter weiter forcieren. Sabine Rohm kommt dazu mit Feuerwehrkollegen in Kitas, Kindergärten, Horte oder Schulen, um hier Aufklärungsarbeit zu leisten. Mit Filmen, Material aus dem „Brandschutzerziehungskoffer“ oder der Durchführung kleiner Brandversuche wird den Kindern möglichst früh der verantwortungsvolle Umgang mit Feuer und seinen Gefahren vermittelt. Zusätzlich laden die Feuerwehren Kindergärten und Schulklassen in die Feuerwehrhäuser ein, der absolute Höhepunkt der Brandschutzerziehung.

Dabei wird Werbung für die aktive Mitarbeit bei der Feuerwehr gemacht, wie auch bei der Kampagne „Frauen zur Feuerwehr“. In den Bezirken West, Lech, Mitte, Nord und Ost konnten seit einem Jahr 17 aktive Frauen rekrutiert werden und 16 „Jugendfeuerwehrmädchen“.

Über die Tätigkeiten der Verbände und ihre Auswirkungen auf den Landkreis sprach Kreisbrandrat Dr. Rüdiger Sobotta, der als stellvertretender Vorsitzender des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberbayern an der Quelle für wichtige Entscheidungen sitzt. Das weitere Vorgehen des Pilotprojekts „Digitale Alarmierung“ wurde ausführlich behandelt.

Von Dieter Roettig

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