Kosten für Berufsschulneubau in Weilheim klettern auf insgesamt 67,7 Millionen Euro – Höhere Förderquote in Aussicht

Nachhaltiges Bauen geht ins Geld

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So präsentiert sich die Südansicht der als „Spange“ geplanten Schule. Sie bietet Platz für Werkstätten und Fachräume in unterschiedlichen Ausbildungsbereichen. Für die neue Berufsschule sind  203 Parkplätze vorgesehen.

Weilheim – Für das auf absehbare Zeit wohl größte Bauvorhaben des Landkreises liegen jetzt der Vorentwurf und die Kostenschätzung vor. Das Budget für den Berufsschulneubau in Weilheim beläuft sich nunmehr auf 67,7 Mio. Euro inklusive Baupreisindex und Risikoreserve. Diese Summe liegt deutlich über der Obergrenze von 46 Mio. Euro (ohne Preisindex und Risikoreserve), die der Kreistag am 18. März beschlossen hat.

Die Kostenschätzung für Planung, Bau und Ausstattung der neuen Schule beträgt 61,6 Mio. Euro. Am kommenden Montag wird der Kreisausschuss das Projekt öffentlich behandeln und eine Empfehlung an den Kreistag abgeben. Das Plenum wird über das „Gesamtpaket“ in einer Sondersitzung am 13. Januar 2017 abstimmen und bei positiver Behandlung die Entwurfsplanung freigeben. Eine kontroverse Diskussion ist zu erwarten: Hatten doch Unabhängige/ödp und Wessobrunns Bürgermeister Helmut Dinter bereits den ursprünglichen Kostenrahmen als zu hoch kritisiert. Kreiskämmerer Norbert Merk begründete den Kostenanstieg bei einem Pressegespräch im Vorfeld wie folgt: Die Vorentwurfsplanung umfasst jetzt 10 800 m2 Nutzfläche (+ 800) und treibt damit die Kosten um 3,9 Mio. Euro hoch. Die Fläche liegt aber immer noch 400 m2 unter dem Förderlimit der Regierung von Oberbayern. Für die berufsschulspezifische Ausstattung wurden 10,1 Mio. Euro (+ 6,1 Mio.) angesetzt. Wegen des „Investitionsstaus in der alten Schule“ muss laut Landrätin Andrea Jochner-Weiß „so gut wie alles neu eingerichtet werden“. Nachhaltige Lösungen schlagen, vorbehaltlich ihrer Zustimmung im Kreisausschuss, mit weiteren 3,2 Mio. Euro zu Buche. Unter anderem sind dies Edelstahl statt Bitumen fürs Dach und eine Hackschnitzelheizung, führte Merk Beispiele an. Dank höherer Förderquote steigt die Nettobelastung für den Landkreis nur geringfügig. Merk errechnete eine Differenz von 2,4 Mio. Euro. Nach seinen Worten wirkt sich der Neubau nicht negativ auf den Hebesatz der Kreisumlage aus, ein zusätzlicher Kredit ist nicht erforderlich.

„Nahezu alle Kreistagsfraktionen“ waren nach den Ausführungen von Florian Steinbach, Bereichsleiter Gebäudewirtschaft/Liegenschaftsverwaltung am Landratsamt, in den Abstimmungs- und Planungsprozess eingebunden, indem sie regelmäßig Vertreter in die Bauherrenbesprechungen entsandt hatten. Die gewerblich-technische Berufsschule in Weilheim wird von 1 700 Schülern besucht, 600 bis 700 Schüler halten sich jeweils gleichzeitig im Gebäude auf. In der neuen Schule, so Jochner-Weiß , sollen weiterhin „alle Berufsfelder unterrichtet werden“.

von Maria Hofstetter

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