Kosten sparende Lösung in Sicht – Hochwasserschutz am Angerbach: Druckrohrleitung statt Schöpfwer

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MARIA HOFSTETTER; Weilheim – Für den Hochwasserschutz am Angerbach zeichnet sich eine weit preisgünstigere Lösung ab. Anstelle des ursprünglich vorgesehenen Schöpfwerkes im Einlaufbereich der Ammer wird überlegt, den Unterlauf des Simmets- und Angerbaches ab dem Altstadtcenter als Druckrohrleitung auszubilden. „Die grundsätzliche Machbarkeit ist gegeben“, signalisierte Dr. Manfred Schindler vom beauftragten Planungsbüro Blasy/Overland am vergangenen Donnerstag den Stadträten und wies in der Sitzung auf noch ausstehende Untersuchungen hin. Der Stadtrat sprach sich einstimmig dafür aus, die Ableitung der Hochwasserabflüsse aus Stadt- und Simmetsbach unter Druck in die Ammer weiter zu verfolgen. Die bestehende Bachverrohrung soll – so weit erforderlich – ertüchtigt und für das Ableiten der Abflüsse unter Druck aufgerüstet werden. Der von Eberfing und Weilheim gemeinsam zu schulternde Hochwasserschutz am Angerbach ist ein kostspieliges Vorhaben. Die ursprüngliche Planung sah zum Abwehren eines 100-jährigen Hochwassers ein Schöpfwerk beim Ammereinlauf mit einer Leistung von insgesamt 11 m3/sec. vor. Geschätzte Baukosten: 2,2 Mo. Euro plus hoher Aufwand für Unterhalt und Wartung. Auf der Suche nach einer kostensparenden Alternative brachte die Stadtverwaltung die Druckrohrleitung ins Gespräch. Daraufhin wurden betroffene Teile der Stadtbachverrohrung begangen und Pro- blemstellen sowie Korrosionsschäden festgestellt. „Manche Leitungen gehen quer durch das Rohrsystem“, berichtete Stadtbaumeister Wolfgang Frank und dass Anschlüsse, Schächte und Arbeitsfugen teilweise erneuert werden müssen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, stehen die Chancen für das Ableiten des Hochwassers unter Druck gut. Planer Schindler hält das Projekt „aus hydraulischer und technischer Sicht“ für realisierbar. In den auf 822500 Euro geschätzten Kosten für die Druckverrohrung wären auch die notwendigen Sanierungsmaßnah- men und der Bau von zwei kleineren Überhebebauwerken enthalten. Nicht nur Bürgermeister Markus Loth gefällt die „technisch einfachere, daher weniger anfällige und kostengünstige Lösung“. Quer durch die Stadtratsfraktionen gab es in der Sitzung Lob für die konstruktive Vorgehensweise des Planungsbüros. In weiteren Untersuchungen werden nun die Verrohrung mittels befahrbarer Kamera und Vernebelung genau unter die Lupe genommen, der Zustand des Betons und die Statik der Rohre überprüft.

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