Ausweichquartier in Weilheim ist ab Januar bezugsfertig

Klinik der kurzen Wege zum Ziel

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„Hier wird umgebaut.“ Geschäftsführer Thomas Lippmann und Ärztlicher Direktor Dr. Andreas Knez deuten auf die Klinik. Der Interimsbau (gelbe Fassade) bietet ihren Worten nach mehr Komfort als die alte Bettenstation.

Weilheim – Die Leitungen sind verlegt, Sanitärzellen in den Zimmern und ein Aufenthaltsraum eingerichtet. Auf dem Flur riecht es nach frischer Farbe: In wenigen Wochen werden die Zwei- und Dreibettzimmer in dem Ausweichquartier im Garten der Weilheimer Klinik bezugsfertig sein. Bis zu 36 Patienten können hier einziehen, so dass 2015 die umfangreiche Sanierung in der Klinik starten kann.

In zwei fast parallel verlaufenden Bauabschnitten werden einerseits das Bettenhaus saniert und andererseits eine Eingangshalle gebaut, die Notaufnahme neu konzipiert und ein OP-Zentrum errichtet.

30 Mio. Euro werden in den nächsten Jahren in die Weilheimer Klinik investiert. „Das ist wirklich Zukunft“, sieht Thomas Lippmann, Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, allen Grund, „sich auf diesen Prozess einzulassen“. Das gelte auch für die Mitarbeiter und deren Bereitschaft, sich nötigen Veränderungen zu stellen.

Die „Rückendeckung“ seitens der Politik sei gegeben. So habe der Freistaat für die grundlegende Sanierung des alten Bettenhauses 9,1 Mio. Euro Fördermittel zugesagt. Zur Zeit wird geprüft, inwieweit der Freistaat auch das dringend notwendige OP- und Notaufnahmeprojekt finanziell unterstützen kann.

Bis zu sieben Mio. Euro hat der Kreistag für das OP-Zentrum bewilligt, umriss Lippmann die Finanzierung, als er mit dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Andreas Knez die geplanten Modernisierungsschritte vorstellte. Die Förderung durch den Freistaat deutet der Geschäftsführer als Signal dafür, „dass der Standort Weilheim unter kommunaler Trägerschaft erhalten werden kann“.

Ein völlig anderes Gesicht erhält der Haupteingang der Klinik: Die barrierefreien Zugangs- und Vorfahrtsbereiche werden überdacht, verglast und in der Eingangshalle ein Patienteninformationszentrum installiert mit interaktiven Servicestationen. Eine Cafeteria ist in diesem Bereich nicht mehr geplant.

Die Neukonzeption der Notaufnahme sieht acht Räume zur Einzelbehandlung vor, mit direktem Zugang zu den verschiedenen Funktionsbereichen, wie Herzkatheterlabor, Röntgen und Endoskopie.

In der ehemaligen Zentralküche werden OP-Säle mit eigenen Aufwach- und Ruheräumen gebaut. „Die Küche zieht zum 1. April 2015 nach Schongau in die neue Zentralküche um“, berichtete Lippmann. 15 Mitarbeitern in der Weilheimer Küche wurde gekündigt. Betriebsrat und Arbeitgeber haben laut Dr. Knez und Lippmann mit entsprechenden Abfindungen eine „sozial abgefederte Lösung“ gefunden. „Es gibt keine gerichtlichen Auseinandersetzungen“, betonte Lippmann.

Im Zuge der Bettenhaussanierung wird im Norden an das ursprüngliche Gebäude ein Erweiterungsbau angeschlossen, mit dem in jedem Stockwerk zusätzliche Patientenzimmer geschaffen werden; bis zu 32 Quadratmeter groß. Balkone wird es nicht mehr geben. Pro Stockwerk sind zwei behindertengerechte Pflegezimmer vorgesehen. Auf das geplante Ärztehaus in der Nachbarschaft und einen eventuellen Verbindungsgang zur Klinik angesprochen, sagte Lippmann: „Wir werden so bauen, dass eine Andockung möglich wäre.“

Der GmbH-Geschäftsführer rechnet mit einer zwei- bis dreijährigen Bauzeit und appelliert an die Patienten, der Klinik „auch während der Umbauzeit ihr Vertrauen zu schenken“. Dr. Knez verglich die baulichen Herausforderungen mit einer „OP am offenen Herzen, aber mit Wundverschluss“ und stellte fest: „Die Stimmung im Haus ist gut. Die Belegschaft ist motiviert.“

Pro Jahr werden im Weilheimer Krankenhaus zirka 8 000 Patienten stationär behandelt, ihr Klinikaufenthalt liegt bei durchschnittlich 5,7 Tagen. Dazu kommen rund 10 000 ambulante Fälle, berichtete Dr. Knez. Das 160 Betten-Haus, in dem knapp 400 Mitarbeiter beschäftigt sind, ist zu „76 bis 80 Prozent ausgelastet“.

Von Maria Hofstetter

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