Klinikumbau in Weilheim: Landkreis investiert in weiteres Ausweichquartier

6,5 Mio. Euro für neues Bettenhaus

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Der zweite Interimsbau auf dem Gelände des Weilheimer Krankenhauses (im Vordergrund Architektin Marion Wagner Koch und GmbH-Geschäftsführer Thomas Lippmann) wird in wenigen Tagen bezogen.

Weilheim – Am 21. November wird im Zuge der Generalsanierung der zweite Interimsbau am Weilheimer Krankenhaus bezogen und schon sind die Weichen für ein weiteres Bettenhaus gestellt. Der Kreistag hat in nichtöffentlicher Sitzung Ende Oktober für den Kauf der Container 6,5 Mio. Euro freigegeben.

Für Thomas Lippmann, Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH, bringt dieser mutige Beschluss zwei entscheidende Vorteile: Der Klinikumbau kommt dadurch zügiger voran und die Patientenbereiche können voraussichtlich schon Ende 2018/Anfang 2019 – also circa 16 Monate früher als geplant – fertiggestellt werden. Da bei laufendem Krankenhausbetrieb gearbeitet wird, können baubedingte Belastungen für Patienten und Mitarbeiter durch den Umzug in das Ausweichquartier „auf ein Minimum reduziert“ werden, führte der Geschäftsführer bei einem Vor-Ort-Termin aus. „Die Module sind sehr flexibel nutzbar“, so Lippmann weiter und könnten in einigen Jahren eventuell für weitere Bauabschnitte als Patientenzimmer genutzt werden. Ihr Kauf sei letztlich wirtschaftlicher als eine zeitlich begrenzte Miete. Die Anlieferung der Module ist für Sommer 2017 anvisiert.

Das neue Bettenhaus wird über dem Wirtschaftshof an der Alpenstraße aufgeständert, so dass die Parkplätze darunter erhalten bleiben. Die Station umfasst zwei Stockwerke mit jeweils 24 Betten und wird im Bereich der Stationsleitung an das bestehende Gebäude angedockt, erläuterten Lippmann und Architektin Marion Wagner-Koch das Vorhaben. Circa ein Drittel der Zimmer ist für Privatpatienten ausgelegt. Lippmann warf in dem Gespräch auch einen Blick in die Zukunft.

Die Krankenhäuser in Weilheim und Schongau auf jeweils über 200 Betten aufzustocken hält der GmbH-Geschäftsführer beim Blick in die Zukunft für „existenziell notwendig“. Auch das medizinische Angebot soll in beiden Häusern ausgeweitet werden.

Wie Thomas Lippmann kürzlich beim Pressegespräch in Weilheim ausführte, stehen in Weilheim als weitere Hauptabteilungen die Urologie und HNO (Hals, Nasen Ohren-Bereich) auf der Agenda. „Hier gibt es Nachholbedarf“, stellte Lippmann fest. Die Pläne für Schongau sehen vor, das Zentrum für Altersmedizin auszubauen, die Urologie weiterzuentwickeln und Raum für die Palliativmedizin zu schaffen. Ebenso soll hier die Verwaltung ihren Hauptsitz erhalten, da der Platz in Weilheim sehr eingeschränkt ist.

Die Belegung in den beiden Kliniken ist laut Lippmann von steigender Tendenz: Weilheim (160 Betten) hat eine Auslastung von 85 bis 90 Prozent, im Schongauer Krankenhaus (180 Betten) liegt die Quote zwischen 70 und 75 Prozent.

Von den insgesamt 800 Mitarbeitern der GmbH sind circa 350 in Weilheim beschäftigt. An der Personalstärke soll nicht gerüttelt werden. Mit den vorhandenen Mitarbeitern noch mehr Patienten betreuen lautet Lippmanns Devise.

Der Wettbewerb der Kliniken in der Region ist „enorm“, so Lippmann. Umso wichtiger sei es, die beiden Standorte baulich und leistungsmäßig aufzurüsten und sich „vom Druck, dem kleine Kliniken tagtäglich ausgesetzt sind, zu befreien“. Entscheidend für den Erfolg sei jedoch, dass die Patienten und niedergelassenen Ärzte den Häusern der GmbH „ihr Vertrauen schenken“ und die Angebote annehmen.

Generalsanierung für 42 Millionen Euro

Nach aktuellem Stand werden in die Sanierung des Weilheimer Krankenhauses 42 Mio. Euro investiert. 50 Prozent der Kosten muss der Landkreis finanzieren. Dem hohen Betriebskostendefizit der GmbH – 2016 rund fünf Mio. Euro – setzt der Geschäftsführer Wachstum und einen Mehrwert an medizinischen Leistungen entgegen.

Von Maria Hofstetter

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