Kreissparkasse Schongau

Rekordbilanz, aber sinkender Gewinn

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Der Vorstand der Kreissparkasse Schongau: (v. li.) Richard Arnold, Alexander Schmitz, Herwig Skalitza und Michael Lautenbacher.

Schongau – Eine Rekord-Bilanzsumme, mehr Kundeneinlagen und mehr Kredite: Bei der Kreissparkasse Schongau ist man zufrieden mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr. Am Gewinn jedoch lässt sich ablesen, dass die anhaltende Niedrigzinsphase auch dem Schongauer Kreditinstitut zu schaffen macht. Er sank erneut um rund acht Prozent auf 876 000 Euro. Filialschließungen müssen Kunden deswegen aber in nächster Zeit nicht fürchten.

Die Zahlen, die der Vorstandsvorsitzende Alexander Schmitz im Rahmen der Bilanzpressekonferenz vortrug, waren beachtlich. Die Bilanzsumme knackte mit einem Anstieg um fünf Prozent erstmals die 800-Millionen Euro-Marke. Weil die niedrigen Zinsen Investitionen günstig machen, verzeichnete die Bank 2015 ein deutliches Plus im Kreditgeschäft. Die Ausleihungen stiegen um 26 auf 531 Millionen Euro. Bei 160 Millionen Euro handelte es sich um neue Kreditzusagen, wovon die Hälfte in gewerbliche Investitionen floss und die andere Hälfte in Immobilien und private Anschaffungen.

Der anhaltende Immobilien-Boom schlug sich auch positiv im Vermittlungsgeschäft nieder. Die Nachfrage übersteige dabei deutlich das Angebot, erklärte Schmitz. Dies gilt im übrigen auch für Grundstücke. „Wir haben viele, die gerne bauen würden, aber nichts finden“, sagte Vorstandsmitglied Michael Lautenbacher. Dies sei auch der Grund dafür, dass die private Bautätigkeit zuletzt abgeflacht sei. Von einer Blase will man bei der Bank angesichts der auch hierzulande gestiegenen Immobilienpreise nicht sprechen. „Das gilt eher für bestimmte Lagen in München“, so Schmitz.

Was des einen Freud, ist des anderen Leid: Während Kreditnehmer von den niedrigen Zinsen profitieren, lässt sich mit klassischen Anlagen wie dem Sparbuch kein Geld mehr verdienen. Dennoch wuchsen die Kundeneinlagen um 30 auf 585 Millionen Euro. Der Trend geht dabei hin zu Wertpapieren, die mehr Rendite versprechen, aber auch mehr Risiko mit sich bringen. „Nie war eine gute Anlageberatung wichtiger als jetzt“, sagte deshalb Vorstandsmitglied Richard Arnold.

Doch nicht nur für die Kunden sind die mikroskopisch niedrigen Zinsen ein Problem, sondern auch für das Kreditinstitut selbst. Denn auch die eigenen Anlagen werfen nur noch wenig ab. Das ist mit ein Grund dafür, dass der Gewinn erneut gesunken ist und nur noch 876000 Euro beträgt (minus acht Prozent). Angesichts der ungünstigen Rahmenbedingungen sei dies aber ein mehr als zufriedenstellendes Ergebnis, betonte Schmitz.

Mit einem Ende der Niedrigzinsphase in absehbarer Zeit rechnet der Vorstandsvorsitzende nicht, weshalb auch die Kreissparkasse an der Kostenschraube drehen muss, um die Eigenkapitalquote von knapp über 16 Prozent stabil halten zu können. Sie ist die Bemessungsgrundlage für die Gesamthöhe der Kredite, die die Sparkasse vergeben darf. Die ersten Auswirkungen bekamen Bankkunden bereits im vergangenen Jahr zu spüren, als die Gebühren fürs Girokonto erhöht wurden. Die Mitarbeiterzahl sank von 199 auf 195, in dem man auf Nachbesetzungen verzichtete. Betroffen davon seien aber interne Prozesse, so Lautenbacher, an der Beratung werde nicht gespart.

Gleiches gilt auch für die Filialen. Schließungen seien derzeit nicht geplant, versicherte Schmitz, eher investiere man. So seien neben Peiting und Schongau auch ländliche Geschäftsstellen wie in Bad Baysersoien modernisiert worden. In Hohenpeißenberg zieht die Filiale ins neue Schächen-Gebäude um. Gleichwohl werde man das sich durch die rasante digitale Entwicklung wandelnde Kundenverhalten genau im Blick haben und gegebenenfalls reagieren.

Kein Thema ist derzeit mehr eine Fusion mit den Sparkassen in Weilheim und Garmisch-Partenkirche, die bekanntlich im November gescheitert war. „Es gab seither keine Gespräche“, sagte Schmitz. Die gab es dafür mit den eigenen Kunden. „Viele hatten die Sorge, etwas zu verlieren“, berichtete Arnold von zahlreichen Rückmeldungen. „Diese Wertschätzung hat natürlich gut getan.“

Christoph Peters

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