Kritischer Blick auf das Grundgesetz

Inwiefern regelt das Grundgesetz den Alltag? Das wollten 240 Schüler der 12. Klassen der staatlichen Fach- und Berufsoberschule (FOS/BOS) in einer Podiumsdiskussion mit Weilheims langjährigem Betriebsseelsorger Erwin Helmer, dem zweiten Bürgermeister Ingo Remesch und Wilhelm Eberle, Direktor des Amtsgerichts, wissen.

„Die Schüler sollen das Grundgesetz verstehen, aber auch einen kritischen Blick entwickeln, um zu wissen, wo es zu Problemen kommen kann“, erläuterte Björn Wieler, Moderator der Veranstaltung im Stadttheater. Wo es noch Probleme gibt, machte eine Schülerin deutlich: Sie wollte von Seel-sorger Helmer wissen, was die Kirche von Homosexualität halte. Schließlich seien nach Artikel 3 im Grundgesetz alle Menschen gleich. „Der Eindruck, dass die Kirche gegen Homo-sexualität ist, stimmt nicht. Auch die Kirche darf Menschen nicht verurteilen“, sagte Helmer. Bei Eheschließungen gebe es aber ein Lebensmodell, das der Staat bevorzugen müsse: Ehen zwischen Mann und Frau. Denn Sinn und Zweck von Eheschließungen sei es ja, Kinder zu zeugen. Remesch indes sprach sich für „freie Entfaltung“ aus. „Der Staat erkennt homosexuelle Ehen an. Die Kirche tritt dabei noch auf die Bremse“, ergänzte er. Eine Diskussion zum Grundgesetz: langweilig? Im Gegenteil, fand Schulleiter Peter Ziller. „Die Beteiligung der Schüler war ausgezeichnet. Sie zeigten großes Interesse.“ Auch Elfriede Moser, Sozialkundelehrerin und stellvertretende Schulleiterin, war „total zufrieden“ mit ihren Schülern. Sie werde mit ihnen die Diskussion aufarbeiten. Anlass des vom Verein für Jugend- und Erwachsenenbildung „Die Multivision“ organisierten Projekttages „Ein guter Tag für die Demokratie“ ist das 60-jährige Bestehen des Grundgesetzes. Anhand eines Filmes sahen die 240 Mädchen und Burschen wesentliche Artikel des Grundgesetzes. „Wir haben damit ein zeitloses Gesetz“, lobte Amtsgerichtsdirektor Eberle. Wichtig sei es aber, dass das Grundrecht gut ausgelegt werden müsse.

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