Mit Kunst gegen Krebs

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PETRA STRAUB, Raisting – Am 4. Dezember wäre der Maler und Musiker Otto Hellmeier hundert Jahre alt geworden. Die Otto-Hellmeier-Stiftung in Raisting nahm dies zum Anlass, um bei einer Feierstunde 45000 Euro an Krankenhäuser in Berg, Seefeld und Herrsching zu spenden. Es war ein Vormittag der Erinnerungen, des Innehaltens und des Dankes. Nur wenige der etwa 80 Gäste im Kulturhaus der Otto-Hellmeier-Stiftung in Raisting haben den 1996 verstorbenen Musiker und Maler nicht gekannt. Festredner Dr. Thomas Goppel, Kunstminister a.D., lernte Hellmeier als Mitglied der „Königlich privilegierten Münchener Künstlergenossenschaft von 1868“ kennen und Dr. Nikolaus Hermes, Chefarzt der Chirurgischen Klinik Seefeld, stieß vor 35 Jahren in der Wohnung seines Chefs erstmals auf Bilder von Hellmeier. Bürgermeister Max Wagner zeichnete vom Stifter das Bild von einem „ruhigen und bescheidenen Mitbürger“, der sparsam und manchmal gar geizig gewesen sei. Angesichts des „alles überragenden Erbes“ der Stiftung zur Unterstützung von Forschung und Behandlung von Krebs und Diabetes spiele dies jedoch keine Rolle. Für die Einrichtung sei man Hellmeier „zu großem Dank verpflichtet“. Raisting könne dankbar sein „für den Sohn Otto Hellmeier“, so Goppel. Fünfzig Jahre alt war der in Weilheim geborene Künstler, als er sich ausschließlich der Malerei widmete, erinnerte Helmuth Hager, Leiter des Otto-Hellmeier-Kulturhauses die Festgäste. Nach abgebrochenem Ingenieursstudium studierte er Klavier und Klarinette am Konservatorium und arbeitete nach dem Abschluss als freier Musiker. Während des Krieges war er in der Mobilen Theatertruppe eingesetzt. Bereits damals hatte er Mal- und Zeichenutensilien im Gepäck, ließ Hager wissen. Dass das künstlerische Handwerk und die nachvollziehbare Darstellung stets im Vordergrund seiner Arbeit standen, zeigt sich laut Hager anhand der Mitgliedschaft der Münchener Schule. Darstellungen der oberbayerischen Heimat, mediterrane Motive sowie Porträit- und Figurenmalerei bevorzugte der Maler, der später in Raisting ein Haus und ein Atelier baute. Eine Dokumentation über Hellmeiers Leben und Wirken wurde anlässlich des 100. Geburtstags im Untergeschoss der ständigen Ausstellung in Raisting erarbeitet. Sie zeigt Hellmeiers Instrumente und Widmungen bedeutender Künstlerkollegen, etwa vom „alten Spezi Hugo“, gemeint Hugo Strasser, ein Foto mit Hans Albers, entstanden bei Filmaufnahmen, wo Hellmeier als Saxofonist auftrat. Je 15000 Euro übergab der Stiftungsvorsitzende Urban Schaidhauf an die Agirov Klinik in Berg, die Chirurgische Klinik Seefeld und die Privatklinik Schindlbeck in Herrsching. Insgesamt wurden in den elf Jahren seit Stiftungsgründung 400000 Euro an Kliniken im Raistinger Umland gespendet.

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