Neuerungen im Buchheim Museum

Groteske Kunst

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Die Sommerausstellung mit Grosz’ Werken zum Ersten Weltkrieg kann bis November besucht werden.

Bernried – An der Wand sind Buchstaben in leuchtender Schrift angebracht und über den Köpfen der Besucher kreist ein Soldat mit dem Gesicht eines Schweines. Über 200 Werke können in der neuen Ausstellung im Buchheim Museum „Grosz. Krieg Grotesk“ begutachtet werden.

100 Jahre ist es dieses Jahr her, dass der Erste Weltkrieg ausgebrochen ist. Dem Jahrestag am 28. Juli widmet das Buchheim Museum eine große Ausstellung von dem Berliner Künstler Georg Grosz (1893-1959), der in seinen Werken seine Erfahrungen und traumatischen Erlebnisse des Krieges verarbeitet hat. Das „Museum der Phantasie“ ist in Bayern seit 1986 der einzige Ausstellungsort der Ausstellung „Grosz. Krieg Grotesk“, die in sechs verschiedene Kapitel gegliedert ist. 

In Grosz’ Werken spiegelt sich stets die Kombination aus Grauen und Humor wider, bei dem das Groteske im Vordergrund steht. Bis November kann die Ausstellung sonntags ab 14.30 Uhr im Rahmen von speziellen Themenführungen besucht werden. Kinder ab sechs Jahren können derweil im Offenen Atelier ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Zudem sind „Young Guides“ vor Ort, die die Werke aus Sicht der Jugendlichen interpretieren. „Das Museum zeigt auch digitale Präsenz“, betont Mona Horncastle, die für die Museumsdidaktik zuständig ist. „Die ‘Young Guides’ posten auf Facebook und auf der Homepage des Museums ist ein E-Book über die Ausstellung zu finden“. Für Schulklassen werden ebenfalls spezielle Führungen angeboten. Genauere Informationen zu den Veranstaltungen und Führungen während der Ausstellung sind im Internet unter www.buchheimmuseum.de zu finden. Neben der Ausstellung von Grosz sind weitere neue Werke im Museum eingezogen. Auf der Wiese vor dem Gebäude ist ein Militärhubschrauber gelandet, der mit Hilfe von Graffiti, Airbrush und Pinsel in ein buntes Street-Art-Kunstwerk verwandelt wurde. 

Im Inneren des Museums galoppieren ehemalige Karussellpferde durch die Luft und eine Schwan-Kutsche schwebt frei im Raum. Im „Hörbuchheim“ kann beim Begutachten von Buchheims U-Boot-Zeichnungen und Fotos mit Kopfhörern Dietmar Bär gelauscht werden, der aus Buchheims Buch „Das Boot“ vorliest. Mitten im Raum steht ein Peugeot 403 Pick-up, der mit bunten Getränkeetiketten beklebt ist und mit bunten Plastiktüten und Gepäck bepackt ist. An vielen Stellen im Museum mussten Vorhänge weichen. Stattdessen bietet sich dem Besucher jetzt ein Blick in die Landschaft rund um das Museum. Auch die verschiedenen Balkone und Terrassen sind frei zugänglich. Liegestühle können kostenlos ausgeliehen werden. „Medien werden immer wichtiger. Wir versuchen Lösungen zu finden, wie wir beispielsweise die Beschriftungen der einzelnen Werke technisch umsetzen können“, erläutert Direktor Daniel J. Schreiber noch eine geplante Neuerung im Museum. „Wir stecken mitten im Prozess der Erneuerung.“ Die Besucher können gespannt sein, was es in Zukunft noch Neues im Buchheim Museum in Bernried geben wird.

Von Lea Stäsche

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