Kurze Wege, kurze Beine – Bildungsausschuss beschließt, Pähler Schulkinder im Ort zu unterrichten

Das 15:4-Ergebnis im Bildungsausschuss des Landtags ist eindeutig: Vergangene Woche sprach sich das Gremium nur mit den Gegenstimmen der SPD dafür aus, den Schulsprengel Raisting-Pähl aufzulösen.

„Die Pähler können ihre Schule bauen und ihre Kinder behalten“, lautete das Fazit der Pressestelle des Bayerischen Landtags nach dem Votum. „Schwierig“ sei die Entscheidung gewesen, sagte MdL Kerstin Schreyer-Stäblein von der CSU, die dem Bildungsausschuss Bericht über die Situation im Schulverband Raisting-Pähl erstattete. Schließlich wollten beide Gemeinden die Pähler Dritt- und Viertklässler haben und es lagen dem Gremium von beiden Gemeinden Petitionen vor. Doch als Sozialpädagogin habe sie „das Kind in den Mittelpunkt“ gestellt und sich nach dem Motto „Kurze Beine – kurze Wege“ dafür entschieden, dass die Pähler Kinder künftig in ihrer Heimatgemeinde zur Schule gehen können und nicht mehr mit dem Bus in die Nachbargemeinde fahren müssen. Dies wurde seitens der Gemeinde Pähl übergangsweise schon in den vergangenen zwei Schuljahren erwirkt. Aktuell ist ein Teil der Schüler in einem Container-Klassenzimmer untergebracht. Natürlich sei auch der kommunale Schulstreit in die Entscheidung eingeflossen. Dass sich die Staatsregierung und die Regierung von Oberbayern nicht über das Votum des Bildungsausschusses hinwegsetzen werden, davon gehen die Beteiligten derzeit aus. Pähls Bürgermeister Klaus Pfeiffer will deshalb die Schulhaussanierung und -erweiterung rasch vorantreiben und voraussichtlich zum Halbjahr des nächsten Schuljahres bereits Klassenräume für alle vier Pähler Grundschulklassen anbieten. In Raisting sollen nun die Eltern in die weitere Planung einbezogen werden, sagte Bürgermeister Max Wagner, der die „Entscheidung gegen alle Fach- behörden“ bedauert und vor kurzem als Schulverbandsvorsitzender zurückgetreten ist. Weil seit der Auflösung der Teilhauptschule in Raisting Räume leer stehen und dort die größeren Pähler Grundschüler voraussichtlich nicht mehr zur Schule gehen, wird nach einer neuen Nutzung gesucht. Vor längerem wurde diskutiert, Kindergartengruppen ins Schulhaus zu integrieren. Die Gemeinde Raisting, die mit ihrem Bestreben nicht nur Räume füllen, sondern erreichen wollte, dass beispielsweise Ganztagsklassen eingerichtet werden können, könne nun mit der Nachbargemeinde Dießen kooperieren, schlug Schreyer-Stäblein vor. In ihrem Stimmkreis würden jedoch keine Ganztagsklassen benötigt, gab sie an.

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