Lärmschutz bald in Sicht? – Gutachter sieht gute Möglichkeiten entlang Peißenberger Umgehung

Durch die Aufschüttung von Erdwällen und den Bau von Lärmschutzwänden würde sich die Immissionsbelastung für die Anwohner an der Umgehungsstraße spürbar reduzieren. Zu dieser Erkenntnis kommt das vom Verein „Lebenswertes Peißenberg“ in Auftrag gegebene Schallschutzgutachten, das in der letzten Marktratssitzung vorgestellt wurde.

Betont sachlich referierte Diplom-Ingenieur Jens Hunecke über die einzelnen Untersuchungsabschnitte, in denen die gesetzlichen Lärmschutz-Mindeststandards – „wenn auch knapp“ – eingehalten würden. Die Grenzwerte, so der Sachverständige, seien jedoch das „Ergebnis eines politischen Prozesses“ und gerade für die Anwohner in vormals ruhigen Gebieten wie an der Ammer „nicht zufriedenstellend“. Anhand von Liniendiagrammen nahm Hunecke die von „Lebenswertes Peißenberg“ vorgeschlagenen Maßnahmen unter die Lupe. Das Ergebnis lässt vor allem die geplagten Anwohner im Bereich des Camping-Platzes hoffen: Durch eine beidseitige Wallaufschüttung könnte dort der Geräuschpegel um rund 4,5 Dezibel gesenkt werden, wobei ein westlich der Trasse verlaufender Wirtschaftsweg und ein Wassergraben die bauliche Umsetzung erschweren würden. Der Bau von Erdwällen und Lärmschutzwänden wäre laut Hunecke auch im weiteren Verlauf Richtung Tunneleinfahrt „auf jeden Fall überlegenswert“. Im Umkreis des Anwesens von Landwirt Andreas Staltmayr könnte sich die Geräuschkulisse sogar um 5,5 Dezibel verringern. „Durchaus erkleckliche Werte“ würden auch eine Verlängerung der Gabionenmauer an der zweiten Ammerbrücke und ein darauffolgender Erdwall an der „Ammerlaich“ in Richtung „Agfa“ bringen. Hunecke verwies dabei auch auf den psychologischen Effekt: „Man ist geneigt, etwas weniger zu hören, was man nicht sieht.“ Schlechter sieht es für den Bereich an der „Oberen Au“ aus. Zur Fortführung der bereits bestehenden Lärmschutzdammes meinte Hunecke: „Viel Entlastung bringt’s dort nicht.“ Der Vortrag des Schallschutzexperten beschränkte sich ausschließlich auf die Nutzenanalyse des vorgeschlagenen Lärmschutzkonzepts, die Kalkulation der anfallenden Kosten war nicht Gegenstand. Auf Nachfrage von SPD-Fraktionssprecher Peter Blome, ob es eine „vertane Chance“ wäre, das Angebot des Staatlichen Bauamts zur kostenlosen Wallaufschüttung mit Abraum von der Hohenpeißenberger Umfahrung nicht anzunehmen, bezog Hunecke allerdings klar Stellung: „Ich würde die Chance ergreifen. Für die Wälle brauchen Sie einiges an Material - und wer weiß, wann wieder einmal so eine große Baustelle in der Nähe ist.“ Bürgermeisterin Manuela Vanni wollte schließlich wissen, wie es mit Lärmschutz-Förderprogrammen aussieht, doch Hunecke zeigte sich hier wenig optimistisch: „So etwas steht immer unter haushaltlichem Vorbehalt, ich wäre da nicht ganz so euphorisch.“ Wie euphorisch der Marktrat zum Thema „Lärmschutz“ ist, wird sich hingegen schon bald zeigen. Spätestens bis Anfang 2011, so der Zeitplan des Staatlichen Bauamts, soll geklärt sein, ob und wie viel Abraum in Peißenberg zur Wallaufschüttung benötigt wird.

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