Landkreis ist "Hotspot" für Alpenflüsse – Netzwerk wird aufgebaut

Vielfalt leben an Ammer und Lech

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Die Akteure präsentierten ihr Vorhaben in Weilheim. V.li.: Maria Hermann, Bund Naturschutz; Matthias Luy, Landesbund für Vogelschutz; Landrätin Andrea Jochner Weiß; Reinhard Grießmeyer, Schutzgemeinschaft Ammersee; Susanne Lengger, Tourismusverband Pfaffenwinkel; Birgitt Kopp, Lebensraum Lechtal; Claire Tranter, WWF; dahinter Patrick Türk, Landesfischereiverband Bayern und Matthias Hett, Leiter Fachlicher Naturschutz am Landratsamt.

Weilheim – Der Landkreis hat mit Ammer und Lech ökologische Juwelen unter seinen Flüssen. So kann die Ammer in ihrer Schlucht noch richtig wild sein und der stark regulierte Lech in der Litzauer Schleife vielen Pflanzen- und Tierarten Lebensraum bieten. Diese Naturschätze zu bewahren ist das Ziel des auf sechs Jahre angelegten "Hotspot"-Projektes „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“.

„Naturschutz funktioniert nur, wenn wir die Menschen vor Ort dafür gewinnen“, ist Claire Tranter überzeugt. Im WWF-Büro Weilheim ist sie zentrale Ansprechpartnerin für das 4,6 Mio. Euro Vorhaben, das mit Geld aus dem Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“, vom Bayerischen Naturschutzfonds und mit Eigenmitteln finanziert wird. In ein zweites "Hotspot"-Projekt sind Isar und Loisach eingebunden.

Flusslandschaften zeichnen sich durch eine große biologische Vielfalt aus, sie verbinden Natur und Mensch. Das neue Projekt will die Gesellschaft für ökologisch wertvolle Regionen, sogenannte Hotspots, sensibilisieren. Dem Landkreis kommt eine Schlüsselfunktion zu, da er vollständig im Projektgebiet liegt.

15 Partner aus Naturschutzverbänden, Landkreisen, Unternehmen, Tourismus, Bildungseinrichtungen und kirchlichen Organisationen haben einen Aktionsplan erarbeitet, der bis September 2020 umgesetzt werden soll: Das Befragen von Zeitzeugen zählt ebenso dazu wie Wiedervernetzungen an Ammer und Lech, Feste am Fluss sowie Mitmachprojekte an Schulen.

Beim Umsetzen der Energiewende ist Landrätin Andrea Jochner-Weiß, auch aufgrund moderner, naturschonender Technik, nicht grundsätzlich gegen den Einsatz von Wasserkraft. An der Ammer lehnt sie solche Kraftwerke aber ab: Der Referenzfluss sei ein „Juwel“, begründete sie dies.

Am 28. April wird das „Hotspot“-Projekt, das vom Bezirk Oberbayern unterstützt wird, in der Stadthalle Weilheim vorgestellt. Auskunft gibt es im Weilheimer Büro des WWF, der die Arbeit koordiniert, Tel. 0881/122 333 11.

Von Maria Hofstetter

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