In der Landwirtschaftsschule wird ab 2013 der Nachwuchs für den Ökolandbau geschult

Öko-Zweig kommt nach Weilheim

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Der Anfang ist gemacht. Über den ersten Schritt für die neue Öko-Landbau-Fachschule in Weilheim verständigten sich am AELF v.li. Markus Schmorell, Stefan Gabler, Landrat Friedrich Zeller, Josef Wetzstein, Harald Ulmer (LVÖ-Geschäftsführer) und Klaus Kupak.

Weilheim – Bis 2020, so hat es Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner angekündigt, soll der ökologische Landbau in Bayern von sechs auf zwölf Prozent verdoppelt werden. Ein ehrgeiziges Ziel, auch für die produzierenden Landwirte. Ihr Nachwuchs soll ab Herbst 2013 in einer neuen Fachschule für die Herausforderungen qualifiziert werden. Die Standortwahl fiel auf Weilheim.

Der dreisemestrige Fachzweig für ökologischen Landbau wird am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Weilheim eingerichtet und der Landwirtschaftsschule angegliedert. Der Schulbetrieb soll im Wintersemester 2013/14 mit einem Lehrplan starten, der auf die ökologische Milchviehhaltung mit Grünlandbewirtschaftung ausgerichtet ist. Schließlich gehören die Grünlandgebiete in Oberbayern und Schwaben zu den Schwerpunktregionen des ökologischen Landbaues, wie Josef Wetzstein in Weilheim ausführte. Bei der Präsentation des neuen Schulprojektes verwies der Vorsitzende der LVÖ (Landesvereinigung für den ökologischen Landbau in Bayern) auf das benachbarte Österreich, wo der Anteil der Biobetriebe bereits bei über 20 Prozent liegt. „Seit Jahren“ fordere die LVÖ, neben Schönbrunn bei Landshut (Schwerpunkte: Ackerbau und tierische Veredelung) im Süden Bayerns eine weitere Fachschule für Ökolandbau einzurichten. „Viele Betriebe stehen vor der Umstellung. Wir brauchen gut ausgebildete Betriebsleiter“, so Wetzstein. Die neue Schule könne auf die Unterstützung der LVÖ bauen. Einen Öko-Zweig hätten auch die anderen bayerischen Landwirtschaftsschulen gern etabliert. Dass die Wahl auf Weilheim fiel, begründete Ministerialrat Dr. Stefan Gabler mit der zentralen Lage der Kreisstadt in der Gründlandregion. Von Berchtesgaden bis ins Oberallgäu, auch aus Österreich und Südtirol erhoffe man sich wissbegierige Schüler, steckte der Vertreter des Landwirtschaftsministeriums den Einzugsbereich großräumig ab. Mindestens 16 Studierende müssen sich anmelden, damit der Ausbildungszweig für den „Staatlich geprüften Wirtschafter für ökologischen Landbau“ planmäßig starten kann. Weilheims Schulleiter Klaus Klupak geht von 80 Prozent auswärtigen Schülern aus und appelliert an die Milchviehhalter, für den Schulbesuch auch weitere Anfahrtswege in Kauf zu nehmen. Wo die zukünftigen Ökobauern und -bäueinnen während ihres Studiums wohnen sollen, ist noch unklar. Der Besuch der Schule ist kostenfrei. Mehr Fachpersonal für neuen Schulzweig Der konventionelle und der Öko-Schulzweig werden zweigleisig geführt. Mit den Betrieben soll ein reger Austausch stattfinden. Beide Schulen sind eine Voraussetzung für den Meisterbrief. Beim Lehrplan für den Öko-Zweig werden die Rinder- und Milchviehhaltung, Grünlandbewirtschaftung und Futterbau stark gewichtet. Schulleiter Klupak bereitet die aktuelle Ausstattung des Lehrkörpers Sor- gen. „Wir brauchen zusätzliche Fachkräfte“, fordert er. Personelle Unterstützung soll die Weilheimer Schule von den Fachzentren für ökologischen Landbau aus Kaufbeuren und Ebersberg erhalten. Auch die Öko-Anbauverbände wollen sich einbringen. Landrat Dr. Friedrich Zeller sicherte von Seiten des Landkreises, der Sachaufwandsträger der Schule ist, bei der räumlichen Ausstattung Unterstützung zu und sieht noch Erwei- terungsmöglichkeiten, „wenn die Schule gut läuft“. Markus Schmorell, Chef des AELF Weilheim, begrüßt den zusätzlichen Schulzweig als Aufwertung des Amtes und der Region. Schmorell sieht die Weichen gestellt, dass „Weilheim ein Zentrum des ökologischen Landbaues wird“. Auch zur Bestandssicherung der Schule werde damit beigetragen. Aufgrund sinkender Schülerzahlen müssen derzeit in der Landwirtschaftsschule Weilheim jeweils zwei Jahrgänge zu einer Klasse zusammengefasst werden. Das Dienstgebiet des AELF Weilheim umfasst die Landkreise Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen und Starnberg. Mehr Infos beim AELF Weilheim, Tel. 0881/994-0.

Von Maria Hofstetter

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