Dornhofer wirft das Handtuch

Laufcup in Weilheim gestoppt 

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Albert Hiemer sicherte sich beim jüngsten Weilheimer Laufcup den Sieg im Halbmarathon.

Weilheim – Nach neun Jahren in Folge ist Schluss: 2015 wird es im September keinen Laufcup mehr in Weilheim geben.

Johannes Dornhofer von der Agentur SEC hat damit auf die spärliche Teilnahme beim jüngsten Wettbewerb reagiert, an dem wegen des zeitgleichen „Hapfelmeier Laufs“ in Polling nur rund 200 Teilnehmer an den Start gegangen waren (wir berichteten). „Weilheim geht aus dem Kräftemessen der beiden Veranstalter, die den Laufcup zuvor gemeinsam ausgerichtet hatten, als Verlierer hervor“, bedauerte Standortförderer Stefan Frenzl in der jüngsten Sitzung des Standortfördervereins. 

„Wir hatten acht Jahre einen tollen Laufcup in Weilheim“, stellte er rückblickend fest. Dass ein Weilheimer Unternehmen und ein ortsansässiger Verein, (der Post SV Weilheim, Anm.d. Red.) nach dem Zerwürfnis mit Dornhofer nur wenige Kilometer weiter nach Polling gezogen sind, um dort zeitgleich eine Laufveranstaltung auszurichten, sei „sehr schade“. „Vielleicht entsteht in drei bis vier Jahren etwas Neues“, schürte Frenzl einen Funken Hoffnung und verwies darauf, dass Dornhofer in Weilheim weitere Events erfolgreich ausrichte. Stadt und Standortförderverein hätten sich in der Auseinandersetzung nichts zuschulden kommen lassen und sich um einen Konsens bemüht, so Frenzl.

Das Zerwürfnis der ehemaligen Partner des „Hapfelmeier Laufcups“ hatte in der Sportszene für große Missstimmung und Verunsicherung gesorgt. „Das Ganze hat sich zu einem Politikum entwickelt“, kritisierte Organisator Johannes Dornhofer, weshalb er sich zum Rückzug entschlossen habe. Den Termin des Pollinger Laufs auf den selben Tag wie in Weilheim zu legen, sei rücksichtslos gewesen, wirft er den Pollinger Veranstaltern vor, die sich auch nicht an die 50 Kilometer-Regel des Bayerischen Leichtathletikverbandes gehalten hätten, die vorsieht, regionale Überschneidungen zu vermeiden. Warum in Weilheim nur 200 Läufer gestartet sind, in Polling dagegen 550? „Die Pollinger Veranstalter konnten die Weilheimer Vereine gut mobilisieren. Die Sportler mussten sich entscheiden. Für 2015 wäre das wieder Fakt gewesen“, äußerte sich Dornhofer auf Nachfrage. Außerdem stellt er in Frage, ob Weilheim neben dem etablierten Au-Lauf und dem „Hapfelmeier Lauf“ in Polling ein weiteres Laufevent verträgt. „Eine dritte Veranstaltung wäre zu viel“, findet der Agenturchef aus Dießen. Ob er den Laufcup noch einmal aufgreifen wird, lässt Dornhofer offen und konzentriert seine Zusammenarbeit mit der Stadt jetzt auf andere Projekte: 2015 steht mit der „10. Espresso Oldtimer-Rallye“ ein Jubiläum ins Haus und in das nächste „12-Stunden-Mountainbike-Rennen“ am Gögerl sollen zwei Marathons integriert werden, blickt Dornhofer in die Zukunft. 

Der Dissens um die Laufcups verärgerte auch Dr. Norbert Vidal. Er schoss in der Sitzung des Standortfördervereins einen scharfen Pfeil in Richtung Polling: „Es ist traurig, dass ein Weilheimer Einzelhandelsunternehmen mit einem von der Stadt unterstützten Verein nach Polling geht, dort die beleidigte Leberwurst spielt und von Kuhhaufen zu Kuhhaufen rennt. Im Endeffekt haben alle verloren. Auch die Sportler, die nicht mehr wussten, wohin sie rennen sollen.“

Von Maria Hofstetter

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