Serie (12): Leben in der Altstadt – Familie Saradakis 25 Jahre in Schongau

"Grieche": Unten Gastro, oben Wohnung

+
Haralabos Saradakis mit Ehefrau Eleni und Tochter Christina: unten ist die Gaststätte, darüber befindet die Wohnung.

Schongau – Die Schongauer Altstadt mit ihrer mittelalterlichen Stadtmauer ist ohne Zweifel ein Kleinod. Doch wie lebt es sich hinter den Fassaden der teils Jahrhunderte alten Häuser? In unserer Serie wollen wir genau das ergründen. Diesmal hat unser Mitarbeiter Johannes Jais Familie Saradakis besucht.

Arbeiten und Wohnen. Für Familie Saradakis findet beides unter einem Dach statt. Denn der „Grieche“, wie der Gastronom häufig genannt wird und womit auch das Lokal selbst gemeint ist, führt die Wirtschaft an der oberen Christophstraße. Und nur ein Stockwerk darüber hat Haralabos Saradakis mit seiner Frau und den zwei Töchtern die Wohnung.

1991 war Haralabos Saradakis nach Schongau gekommen. Zuvor hatte er sechs Jahre ein Lokal in Freising. Er stammt aus Griechenland, ist im Nordosten des Mittelmeerstaates beheimatet. 1996 hat er seine Frau geheiratet Eleni, die den Beruf der Krankenschwester erlernte. Beide haben zwei Töchter. Maria (19) hat im Herbst ein Studium im Hamburg begonnen, Christina (14) geht in Schongau zur Schule. Die Familie betreibt das griechische Restaurant Olympia an der Christophstraße 43 inzwischen eine ganze Generation. Mit im Familienbetrieb war die ersten zehn Jahre auch Bruder Paschalis. Er hat später das Ballenhaus-Cafe am Marienplatz gepachtet. Haralabos Saradakis hat drei feste Mitarbeiter: einen im Service und zwei in der Küche. Hinzu kommen drei Aushilfen.

„Ganz normal“

Die vier Zimmer im ersten Stockwerk, wo sich noch weitere Parteien befinden, sind eine „ganz normale Wohnung“. Da sei nichts Besonderes dran und drinnen, sagen die Bewohner. Das sei kein Vergleich zu manchen Schongauer Häusern innerhalb der Mauern. Doch auch das Normale gehört zur Altstadt. Das Schlafzimmer ist nach Westen hin ausgerichtet zum Hof, wo hinten die Stadtmauer verläuft. Zur Christophstraße hin, wo Verkehr und Lärm seit Einführung der Fußgängerzone am Marienplatz zugenommen haben, befindet sich das Wohnzimmer. Es liegt direkt über der Wirtschaft, die früher mal „Glocke“ hieß. So steht’s noch immer in großen Buchstaben an der Fassade.

„Wir wollen das so“, bekundet Haralabos Saradakis. Die Worte münzt er darauf, dass Arbeitsstätten und Wohnung unter einem Dach sind. Tageweise brauche er kein Auto. Vieles sei in der Nähe, könne in der Altstadt erledigt werden. Die Tochter könne zu Fuß in die Schule, zur Musikschule und ins „Plantsch“ gehen. Auch die Haltestelle für den Stadtbus oder für andere Busse sei nicht weit. Das Auto nutze man meist zu Großeinkäufen für die Gastronomie.

Für Hobbys haben die Gastronomen wenig Zeit. Der Beruf bringe es mit sich, dass man privat wenig plane – und wenn, dann eher kurzfristig was unternehme. „Die Kinder haben es so kennengelernt“, schildert der 52-Jährige. Nur eines, das ist jedes Jahr fest im Kalender verankert: der Besuch bei den Eltern in Griechenland.

Was in der Schongauer Altstadt zu verbessern sei? Da kommt vom Ehepaar Saradakis die Antwort, es sollte mehr Einkaufsmöglichkeiten im Bereich der Lebensmittel und der Textilien geben.

Die Gastronomie hat immer zur Mittagszeit und ab dem späten Nachmittag geöffnet. Dazwischen ruht sich Haralabos Saradakis gern aus. Auf dem Kanapee in der Wohnung. Da weiß er es besonders zu schätzen, dass er nur ein Stockwerk nach oben zu gehen braucht.

von Johannes Jais

Meistgelesene Artikel

Akute Geldnot als Tatmotiv

Weilheim – 38 Einbrüche gehen seit April auf das Konto eines Weilheimers, den die Polizei am vergangenen Sonntag auf frischer Tat ertappt und …
Akute Geldnot als Tatmotiv

Im Januar ist der Kreistag am Zug

Weilheim – Der Kreisausschuss hat am Montag die vorliegenden Beschlüsse für den Berufsschulneubau abgesegnet und der Kostenschätzung – mit jeweils …
Im Januar ist der Kreistag am Zug

Spatenstich fürs Haus für Kinder

Schongau – Während am Schongauer Schulzentrum schon seit längerem die Bagger rollen, ist nun auch auf der anderen Seite der Marktoberdorfer Straße …
Spatenstich fürs Haus für Kinder

Kommentare