"LechErlebnisWeg" zwischen Landsberg und Füssen eröffnet

Ein Fluss, ein Weg, ein Erlebnis

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Am Aussichtspunkt über der Litzauer Schleife wurde zur Eröffnung das blaue Band durchschnitten: In der Mitte Landrätin Andrea Jochner-Weiß, Susanne Lengger vom Tourismusverband Pfaffenwinkel und stellvertretende Landrätin Ulla Kurz aus Landsberg.

Burggen – Wer die Natur mit allen Sinnen erfahren möchte, wozu auch die Artenvielfalt am Fluss gehört, der trifft auf dieser 85 Kilometer langen Wanderroute zwischen Landsberg und Füssen eine gute Wahl: Oberhalb der Litzauer Schleife ist an einem der schönsten Aussichtspunkte der „LechErlebnisWeg“ offiziell eröffnet worden. Er ist in den vergangenen Jahren neu konzipiert worden. Dazu gehören 20 Info-Stationen, die den Weg „attraktiver und reizvoller“ machen sollen, wie es Landrätin Andrea Jochner-Weiß bei der Feier beschrieb.

Am „LechErlebnisWeg“ wird die Bedeutung der Flusslandschaft für die Artenvielfalt erlebbar gemacht und der einzigartige Naturraum für den Fernwanderer mit allen Sinnen erschlossen. Da gibt es zum Beispiel ein Kiesel-Lithophon, ähnlich einem Xylophon. Vor Ort ist über QR-Code und Smartphone ein kurzer Film dazu abrufbar, wie Geschäftsführerin Susanne Lengger vom Tourismusverband Pfaffenwinkel demonstrierte.

An der Litzauer Schleife – dem letzten naturbelassenen Abschnitt des Lechs in Bayern – gibt es ein Panoramafernrohr, das zeigt, woher der vom Fluss transportierte Kies ursprünglich stammt. Zu sehen und fühlen sind die Steine aus dem Lechtal in einem Kieselmobile.

Informationen zur ökologischen Auswirkung mit nahezu völligem Wegfall des Kiestransports durch die Staustufen am Fluss dürfen nicht fehlen. Auch zeitgenössische Kunst hat ihren Platz erhalten. So fügt sich das Kunstwerk „Der Lech – der Huchen“, das Johannes Klein aus Steingaden geschaffen hat, am Urspringer Stausee in das Landschaftsbild ein.

Lech als „Lebenselixier“

Joseph Schuster, der Bürgermeister von Burggen, bezeichnete den Lech als „Lebenselixier“ für die 1700 Einwohner zählende Gemeinde. Doch habe er auch was Verbindendes für die Menschen entlang des Flusses: in der gemeinsamen Kultur und in der Sprache.

Stephan Günther, der Gebietsbetreuer im Verein Lebensraum Lechtal, hob ebenso wie Geschäftsführerin Susanne Lengger vom Tourismusverband Pfaffenwinkel die „wertvolle Zusammenarbeit“ beim Umsetzen der Erlebnisstationen hervor. Mit dem Satz „Der Naturschutz allein kann nichts bewirken“ verdeutlichte er, wie wichtig ein „gutes Netzwerk“ sei, wozu auch die Politik und der Tourismus gehören.

Bei der offiziellen Feier am Aussichtspunkt 75 Meter über der Litzauer Schleife folgte ein Grußwort auf das andere. Redner waren Dr. Jörg Petermann vom Projektträger (Bundesamt für Naturschutz), Ethelbert Babel vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten, Reiner Erben als Vorsitzender des Vereines Lebensraum Lechtal und Dr. Johann Sachmann, Leiter der Kraftwerksgruppe Lech beim Unternehmen Uniper Kraftwerke (früher EON).

Gefördert wird das Projekt bei Gesamtkosten von gut 150 000 Euro durch das Bundesamt für Naturschutz im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt. Die Planung und Beschilderung des „LechErlebnisWeges“, wie er touristisch mit drei Großbuchstaben vermarktet wird, ist vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten und den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) unterstützt worden.

Johannes Jais

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