Hilfskrankenhaus ist Geschichte

Lechsporthalle: Teure Keller-Sanierung ist abgeschlossen

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Bürgermeister Falk Sluyterman, Anschi Haberstock (2. Vorsitzende TSV Schongau) und Stadtbauamtsmitarbeiter Robert Thomas im neu gestalteten Kraftraum.

Schongau – Ein doppelt so großer Kraftraum, 16 Lagerräume für Vereine und genug Platz für das Stadtarchiv: Das ist das Ergebnis der Kellersanierung der Lechsporthalle, die nun abgeschlossen ist. Der Rückbau des einstigen Hilfskrankenhaus aus der Zeit des Kalten Kriegs war für die Stadt mit Kosten von 0,84 Millionen Euro eine teure Angelegenheit.

OP-Saal, Teeküche, Ambulanz: Nur noch die kleinen Schilder an den Türen verraten, was hier einmal untergebracht war. Betten und sonstige Einrichtungsgegenstände der unter dem Eindruck des Kalten Kriegs als Hilfskrankenhaus für die Bundeswehr konzipierten Anlage im Keller der Lechsporthalle sind schon lange verschwunden.

2009 hatte die Stadt das Bauwerk vom Bund übernommen. Quasi als Gegenleistung gab es hohe Fördermittel für die Sanierung der Lechsporthalle. Schon damals war klar, dass der schadstoffbelastete Keller irgendwann einmal saniert werden müsse.

Diese Aufgabe ist die Stadt im vergangenen Jahr angegangen. Die noch vorhandenen Anlagen wie Dieselstromaggregate und Schaltschränke wurden demontiert und entsorgt. Schimmel und Asbest Besonders aufwändig gestaltete sich die Schadstoffsanierung. Denn um zu verhindern, dass sich Schimmel und andere schädliche Stoffe ausbreiten, konnten die Arbeiten nur unter Unterdruck stattfinden. Zugang und Materialtransport waren deshalb nur über entsprechende Schleusen möglich.

Der Aufwand schlug sich auch finanziell nieder. Rund die Hälfte der Kosten von insgesamt 0,84 Millionen Euro verschlang allein Beseitigung der gefährlichen Stoffe durch eine Spezialfirma. „Die hat ganze Arbeit geleistet“, zeigte sich Robert Thomas vom Bauamt der Stadt beim Ortstermin zufrieden.

Gemeinsam mit Bürgermeister Falk Sluyterman führte er durch den neu gestalteten Keller, in dem neben den LED-Lichtern und den weiß gestrichenen Wänden sofort eines auffällt: die frische Luft. Verantwortlich dafür sind die beiden neuen Lüftungsanlagen, deren Rohre sich durch alle Gänge und Räume schlängeln. Derzeit laufen die Anlagen noch auf Hochtouren, um letzte Feuchtigkeiten zu beseitigen.

Gerade im Kraftraum sei ein deutlicher Unterschied zu vorher zu spüren, freute sich Anschi Haberstock, 2. Vorsitzende des TSV Schongau. „Hier hat es immer müffig gerochen.“ Gewonnen hat der Kraftraum noch in anderer Weise. Dank eines Durchbruchs ist er nun mit 72 Quadratmetern doppelt so groß wie zuvor – neue Geräte wie Laufband oder Rudergerät inklusive. Der finanzielle Aufwand für die Stadt hielt sich dabei in Grenzen. Die Erweiterung hat gerade einmal 11000 Euro gekostet. Benutzt werden kann er von allen Vereinen. Organisiert wird der Belegungsplan vom TSV.

Doch nicht nur die Sportler profitieren von der Kellersanierung. Im Tiefgeschoss sind insgesamt 15 kleinere Lagerräume, sowie ein Großlager (im Bereich der ehemaligen Kegelbahn) entstanden, die von den Schongauer Vereinen kostenfrei genutzt werden können. Auch die Grundschule hat bereits Bedarf angemeldet, nachdem dort bekanntlich wegen des Teilabbrisses akuter Platzmangel herrscht. Ein weiterer großer Raum ist fürs Stadtarchiv reserviert.

Noch werden letzte Restarbeiten erledigt, unter anderem die alten Türen aufgearbeitet. In diesem Zug dürften wohl auch die kleinen Schilder verschwinden. OP und Ambulanz sind dann endgültig Geschichte.

Christoph Peters

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