Zwischen beten und feiern

Leonhardifahrt Murnau

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Unter Buchsbögen nehmen diese Frauen an der Leonhardi-Wallfahrt von Murnau nach Froschhausen teil.

Murnau – Die traditionelle Leonhardifahrt führt am Donnerstag, 6. November, wieder von Murnau nach Froschhausen. Die Wallfahrt beginnt um 9 Uhr in der Seidlstraße. Sie führt durch die Fußgängerzone und endet eine Dreiviertelstunde später an der Leonhardikirche in Froschhausen. Dort segnet Pfarrer Siegbert Schindele Ross und Reiter. Danach feiern die Gläubigen einen Festgottesdienst am See.

Wie jedes Jahr erwarten die Murnauer und vor allem die Mitglieder des Leonhardivereins Froschhausen etwa 350 Pferde. Darunter sind schwere Kaltblüter, die Hengste aus dem Haupt- und Landgestüt Schwaiganger, stolze Warmblüter und zottelige Ponys. Gelegentlich laufen auch Esel mit. 

Blickfang sind die Prachtgespanne, auf denen der bäuerliche Alltag dargestellt wird: Es werden Wetzsteine geschärft, Fässer gezimmert und auch Getreide wird gedroschen. Andere Wägen zeigen verschiedene biblische Szenen. 

Obwohl zu dem Ereignis immer tausende Besucher aus nah und fern kommen, ist Leonhardi in Murnau ein Festtag für die Bauern und die Einheimischen geblieben. Das beweisen nicht zuletzt die vielen Zuschauer, die in Dirndl und Trachtenanzügen die Straßen säumen. 

Nach dem offiziellen Teil des Leonharditages geht es zurück ins Ortszentrum zum Krammarkt in der Bahnhofstraße. Die Tradition dieses Marktes reicht bis in das Jahr 1722 zurück und war bis in die 1960er Jahre hinein mit einer Viehauktion verbunden. Ferkel, Kälber und Fohlen gibt es dort heute zwar nicht mehr, aber jede Menge Waren, die das Leben im Haushalt ein wenig bequemer machen. Kinder finden Spielzeug und süße Leckereien, der Opa das passende Paar Wintersocken. Abends lädt der Trachtenverein zum Leonhardi-Tanz in das Kultur- und Tagungszentrum ein; Beginn ist um 20 Uhr. 

Aber damit nicht genug: Drei Tage später öffnen die Geschäftsleute in der Fußgängerzone und den angrenzenden Straßen die Türen zu ihren Läden: Am 9. November ist verkaufsoffener Sonntag. Wie der Vorsitzende des Wirtschaftsfördervereins Murnau, Reinhold Eisner sagt, dauert dieser „November-Markt“ von 12 bis 17 Uhr. „Die meisten Kollegen haben sich besondere Aktionen ausgedacht, die zum Bummeln, Schauen und Einkaufen verführen“, verrät Eisner. Und selbstverständlich sorgen die Wirte für das leibliche Wohl der Besucher.

von Günter Bitala

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