Lernen, "Nein" zu sagen – "Geheimsache Igel" wegen nicht erlaubter Werbung schlecht besucht

Im Theaterstück „Geheimsache Igel“ muss sich „Krümel“ gegen „blaue Bösewichte“ behaupten (im Bild Sonja Bloss und Schauspielkollege Pilipp Wimmer). Foto: Jepsen

Kindern altersspezifisch die Problematik von „sexueller Gewalt“ und „Gewalt“ in allen anderen Ausprägungen näher zu bringen, sie dafür zu sensibilisieren und ihr Selbstbewusstsein zu stärken – das hat sich das von Schauspieler, Autor und Regisseur Olaf Krätke 1998 ins Leben gerufene Präventionsprojekt „Geheimsache Igel“ auf die Fahnen geschrieben.

Auf Einladung der Jungen Union Peißenberg und des „Kiwanis Club Garmisch-Partenkirchen“ gastierte das gleichnamige Theaterstück kürzlich in der Tiefstollenhalle. Nach einer Filmvorführung und einer Show-Einlage der „ice-girls“ von Tabaluga-tivi wurden die rund 50 Besucher von „Krümel“ und „Wurzel“ in deren „heile, gelbe Welt“ mitgenommen. Jene erfährt allerdings schon bald erste Risse, als blaue Gestalten versuchen, das Kommando zu übernehmen. „Krümel“, gespielt von Sonja Bloss, gefällt nicht, dass ihr Freund, der Igel, beleidigt wird und muss lernen, sich zur Wehr zu setzen. An dieser Stelle beginnt der pädagogische Ansatz des Projekts: „Kindern muss beigebracht werden, über Gewalt zu sprechen und ohne Gewalt zu leben. Sie müssen lernen, ,Nein’ zu sagen“, erklärte Renate Dodell in ihrem Grußwort. Die CSU-Landtagsabgeordnete hatte zusammen mit dem Landrat von Garmisch-Partenkirchen, Harald Kühn, die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen – und das aus voller Überzeugung: „Ich hab´ sofort zugesagt. Sexuelle Gewalt gehört mit zu den schändlichsten Taten.“ Das Projekt sei laut Dodell „ein mehrstufiges Verfahren“, das nun in die Kindergärten und Schulen getragen werden müsse. Dort soll die eigentliche Zielgruppe erreicht werden. Unter den Besuchern waren wenig Kinder. Die Werbung für die Veranstaltung gestaltete sich nach Auskunft von JU-Ortschefin Melanie Mönig schwierig, weil politische Parteien in Schulen und Kindergärten nicht aktiv werden dürften.

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