"Kunst am Bau"

Lösung für Tiermosaike

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Die Familie Bär wird gerettet – wie genau, das steht noch aus. Sicher ist, dass die Originale nicht erhalten werden.

Schongau – Mit einer Unterschriftenliste haben sich Schüler der Schongauer Grundschule Mitte März bei Bürgermeister Falk Sluyterman für den Erhalt der Tiermosaike an den Wänden des Südpavillons eingesetzt. Dieser soll bekanntlich im Rahmen des Neubaus abgerissen werden. Jetzt hat sich der Bauausschuss mit dem Thema befasst und eine Lösung gefunden.

Um die acht Bilder, die je eine Tierfamilie zeigen, im Original zu retten, lägen die Kosten zwischen 36 000 und 70 000 Euro, stellte Bauamtsmitarbeiter Sebastian Dietrich das Ergebnis seiner Recherche vor. Nicht eingerechnet sei dabei die Montage im Neubau.

Angesichts dieser hohen Summe war man sich im Gremium schnell einig, dass dieser Weg nicht in Frage kommen würde. Zumal die Bilder, die aus dem Jahr 1953 stammen und von einem Münchner Künstler angefertigt wurden, wohl nur schwer mit einem Neubau vereinbar seien, wie Dietrich zu bedenken gab.

Doch der Stadtbauamtsmitarbeiter hatte sich bereits Gedanken gemacht, wie man dem Wunsch der Schulkinder dennoch Rechnung tragen könnte. So könnte man die Werke in einem anderen Format neu interpretieren, beispielsweise als Fotografien oder per Siebdruck. Allerdings sei auch dafür ein gewisses Budget nötig, so Dietrich. Üblich sei es aber ohnehin, dass bei so großen Bauvorhaben Geld für Kunst am Bau eingerechnet werde.

In München liege dieser Betrag bei 1,5 Prozent der Bausumme, verglich er. „Bei einem Satz von 0,5 Prozent lägen wir zwischen 60 000 und 65 000 Euro.“ Damit ließen sich nicht nur die Tierbilder, sondern auch weitere Projekte verwirklichen.

„Bei Vorhaben dieser Größe ist es angebracht, einen bestimmten Betrag für die Kunst vorzusehen“, unterstrich auch Bürgermeister Falk Sluyterman. Nichtnur Siegfried Müller (ALS) hielt den Vorschlag für eine gute Idee. Cornelia Funke (CSU) wollte sich einen Neubau ganz ohne Kunst gar nicht vorstellen. In welcher Höhe die Förderung erfolgen soll, darüber waren sich die Räte einig, solle der Stadtrat zur gegebener Zeit entscheiden „Wir sollten da jetzt nichts übers Knie brechen“, fand Bettina Buresch.

Eine Entscheidung fällte das Gremium anschließend deshalb nur über die weitere Vorgehensweise hinsichtlich der Tiermotive. Einstimmig entschied man, dass diese nicht im original erhalten, sondern erst einmal für später bildlich dokumentiert werden.

Christoph Peters

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