Lücken in der Versorgung – Psychosoziales Netzwerk ausbauen – Bericht für die Region vorgestellt

Bei einer Fachtagung des Verbundes Psychische Gesundheit (VPG) für die Region 17 Oberbayern Südwest wurde vergangene Woche in der Tiefstollenhalle – erstmals in Bayern – ein Bericht zur Versorgungssituation psychisch kranker Menschen für 2009 vorgestellt und Schritte zu dessen Weiterentwicklung diskutiert.

Der mit statistischen Daten, Fakten zur Arbeit und Vernetzung der regionalen Steuerungsverbünde ausgestattete Bericht geht auf die Situation in den Landkreisen Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen, Miesbach, Starnberg und Landsberg ein. Michael Bräuning-Edelmann, Vorsitzender des VPG, bezeichnet das vorliegende Werk als „ersten Versuch“, die Versorgungslandschaft darzustellen, notwendi- ge Veränderungen aufzuzeigen und gemeinsam Verbesserungspotenziale zu erarbeiten. Jeder vierte Landkreisbewohner, circa 32000 Weilheim-Schongauer Bürger, wird nach Aussage von Dr. Karl Breu, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes, mindestens einmal im Leben von einer psychischen Erkrankung heimgesucht. Zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind laut Breu auf eine längerfristige psychiatrische Behandlung angewiesen. „Die Stressbelastung ist in den letzten Jahren für die Menschen höher und die Auslösung psychischer Erkrankungen deutlicher geworden“, bilanziert Breu. In einem Pressegespräch weist er auf Versorgungsmängel hin: „Weilheim-Schongau braucht eine eigene stationäre psychiatrische Einrichtung und mehr Psychiater.“ Als weiteres Manko wird in der Region 17 das Fehlen von Arbeitsplätzen für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung gewertet. Bräuning-Edelmann berichtet von bürokratischen Hemmnissen und „Reibungsverlusten“ zwischen den sozialen Leistungsträgern: „Der Bezirk koordiniert die Psychiatrieplanung und darf anderen Leistungsträgern wie Kranken- , Rentenversicherung und Arbeitsverwaltung nicht sagen, wo es lang geht“, moniert er. Die Politik müsse für eine klare Weichenstellung sorgen. Der Flächenregion Weilheim-Schongau bescheinigt der Bericht 2009 einen „guten bis sehr guten Versorgungsstandard“. Allerdings sei dafür Sorge zu tragen, dass die „lebensraumnahe Versorgung“ psychisch Kranker weiter ausgebaut wird. Als Schwerpunkte für die kommenden Jahre ist neben einer Verbesserung der Kinder- und jugendpsychiatrischen Versor- gung der wachsende Hilfebedarf älterer Menschen mit Behinderung, psychischen Stör- ungen oder Suchterkrankungen aufgeführt.

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