Lust auf die Musik wecken

Der fünfjährige Knirps erlebt die Musik in der Spielschule ohne Noten: beim Singen, Trommeln, Tanzen. Später wird das Erfahrene beim Erlernen eines Instrumentes oder in der Gesangsausbildung vertieft. „Wir machen Musik“ gibt die Städtische Musikschule Weilheim als Motto aus. Ihr umfangreiches Angebot schließt alle Altersgruppen ein.

Die Musikschule Weilheim, eine von 220 bayerischen Musikschulen, existiert seit 1966. Seit 1971 nimmt sie ihren öffentlichen Auftrag als städtische Einrichtung wahr. Die neue Musikschule in der „Alten Fronfeste“ verfügt über zweckmäßig eingerichtete Räume und einen großen Saal, während in den Außenstellen in Peißenberg, Bernried und Tutzing in eigenen Räumlichkeiten oder öffentlichen Schulen unterrichtet wird. „Wir fühlen uns im ehemaligen Weilheimer Gefängnis ausgesprochen wohl“, versicherte Musikschulleiter Josef Dichtl, als er dem Stadtrat kurz vor der Jahreswende zusammen mit seinem Stellvertreter Christoph Wandinger die jüngsten Entwicklungen in der Einrichtung präsentierte. 35 Lehrkräfte mit musikalischem Fachstudium gaben im vergangenen Jahr 1200 SchülerInnen ihr Wissen weiter. In den Grundfächern ebenso wie in der Instrumentalausbildung, die vom Akkordeon bis zur Zither reicht, sowie im Gesang. Unterrichtet wird je nach pädagogischen Erfordernissen einzeln und in Gruppen. Familien und sozial schwächer Gestellten werden ermäßigte Unterrichtsgebühren gewährt. Damit der Nachwuchs zu seinem gewünschten Instrument leichter Zugang findet, stellt ihm die Musikschule gegen geringe Gebühren Mietinstrumente zum Üben bereit. Die Schülerbelegung je Wochenstunde ergab für das Jahr 2008 einen Wert von 2,05 (bayernweiter Schnitt: 1,74). „Das ist für die Gebühren ausreichend“, stellte Dichtl fest. Das Erlernen eines Tasteninstrumentes übten 169 MusikschülerInnen, 182 haben sich für ein Zupfinstrument entschieden und 172 weitere Musikschüler wollten der Sache auf den Grund gehen, wie man ein Holzblasinstrument richtig spielt. Sieben Lehrkräfte kümmerten sich in neun Orchestern um 155 Teilnehmer, auch 16 Ensembles und vier Chöre umfasste das schulische Angebot 2008. Musikschulleiter Dichtl berichtete den Stadträten, dass die Weilheimer Einrichtung die höchste Zuschuss-Stufe an staatlicher Förderung erhält. Im Jahr 2007 waren dies 87000 Euro, im abgelaufenen Jahr „über 100000 Euro“. Die Stadt Weilheim und die vertraglich angeschlossenen Gemeinden beteiligen sich mit über 40 Prozent an der Finanzierung, ein Teil wird über die Einnahmen aus den Gebühren gedeckt. Die musikalische Bildung der Jugend als öffentlichen Auftrag verstehen heißt für die Musikschule auch, das städtische Kulturleben regelmäßig und abwechslungsreich zu bereichern. 206 öffentliche Veranstaltungen wurden letztes Jahr durchgeführt, fasste Christoph Wandinger zusammen. Dabei zählte die Städtische Musikschule 2700 Mitwirkende und rund 25000 Besucher. Wandinger machte in seinen Ausführungen auf die zusätzlichen Angebote der Musikschule aufmerksam: Das Früherziehungsprojekt „Lust auf Musik“, das aktuell von 86 Kindern wahrgenommen wird, sowie der von 122 Schülern besuchte Orientierungskurs „Trauminstrument“. Das Lehrerkollegium arbeitet auch mit Kindergärten, Tagesstätten und Schulen zusammen. Im April und Mai werden bereits die Anmeldungen für das nächste Schuljahr entgegen genommen, wobei für die Musikschule die staatliche Ferienordnung ausschlaggebend ist. Ein Einstieg während des Schuljahres ist zwar nicht üblich, „aber immer wieder möglich“, wie es im Musikschul-Flyer heißt.

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