Marktrat Peißenberg erteilt "E.On" nach Vertragsauflösung wieder Zusage

Was wurde in den vergangenen beiden Jahren im Marktrat nicht alles über „E-On“ debattiert. Aus Sorge, der Stromriese könne die Gemeindewerke unterwandern, schob das Gremium der gemeinsamen Netzgesellschaft einen Riegel vor und auch den Stromliefervertrag hat man nicht über das Jahr 2011 verlängert. Stattdessen wurde die Unabhängigkeit propagiert und mit der Kooperationsgesellschaft Oberbayern/Schwaben (KOS) über eine Zusammenarbeit verhandelt. Doch nun folgte die Kehrtwende.

In der jüngsten Sitzung beschloss der Marktrat Peißenberg ohne jegliche Diskussion, den Stromeinkauf für das Jahr 2012 doch wieder über „E-On“ abzuwickeln. Lediglich Ursula Einberger (SPD) sowie Petra Bauer und Matthias Reichhart (beide Bürgervereinigung) stimmten gegen einen Vertragsabschluss mit dem Energiekonzern. Die Gemeindewerke hatten im Vorfeld der Sitzung bei insgesamt sechs Firmen Angebote eingeholt, darunter auch von den „Lechwerken“, von „Südweststrom“ und der KOS. Einem internen Ranking zufolge, bei dem neben preislichen Aspekten auch die Lieferkriterien eine Rolle spielten, schnitt „E-On“ mitunter am besten ab. Wie Gemeindewerkleiter Uwe Horn im Marktrat berichtete, hat der Konzern im Vergleich zu früheren Vertragsinhalten deutlich flexiblere Konditionen angeboten. Demnach ist nicht nur die physikalische Lieferung von zertifiziertem Ökostrom möglich, es wird den Werken vor allem eine sofortige Belieferung von Tarif- und Sondervertragskunden in andere Bilanzkreise zugestanden. Bisher mussten sämtliche Anfragen auf Stromlieferung über die Marktgrenzen hinaus abgesagt werden. Laut Bürgermeisterin Manuela Vanni (SPD) hätten die Gemeinde Wessobrunn und mehrere Firmen in Weilheim bereits ihr Interesse bekundet. Auf Peißenberger Gemeindegebiet, so der Wunschgedanke des Marktrates, soll „E-On“ hingegen keine gezielte Kundenwerbung mehr betreiben dürfen. Das Gremium beauftragte die Werkleitung jedenfalls damit, im Vertragswerk auf ein entsprechendes „Agreement“ hinzuarbeiten. Generell, so betonte Horn, sei die Partnerschaft mit „E-On“ rein auf die Strombelieferung beschränkt. Allerdings verspricht sich der Werkleiter durch den anvisierten Vertragsschluss auch Vorteile bei den Verhandlungen über die PKG-Schaltanlagen. Die Gemeinde würde die Netzteile gerne kaufen. „Ein Problem“ sei laut Horn derzeit aber, „dass niemand so genau weiß, was mit dem Gelände und den Anlagen eigentlich passieren soll.“

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