IG-Metall fordert Rückkehr zur alten Kurzarbeiterregelung

Sicherheit in unsicheren Zeiten

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Die IG-Metall Vertreter aus der Region warnen davor, die Krise herbeizureden: V.l. Peter Wolf, Daniela Fischer, Josef Brunner, Georg Rottach (Betriebsrat „Hörmann Automotive Penzberg“) und Reinhold Kernbach.

Landkreis – Experten sehen für Deutschlands Wirtschaft bereits dunkle Wolken am Konjunkturhimmel aufziehen. Die IG-Metall Weilheim will derzeit aber noch nicht in den allgemeinen Krisenkanon einstimmen.  

Wie Gewerkschaftsvertreter bei einem Pressegespräch im Anschluss an die Delegiertenkonferenz in Paterzell betonten, sei in den Auftragsbüchern der heimischen Betriebe  lediglich „ein leichter Rückgang“ zu verzeichnen. Von einem drohenden Personalabbau könne deshalb momentan keine Rede sein.

„Wir wollen kein Angstszenario entfachen. Wir können die Auftragsrückgänge  mit betrieblichen Mitteln auffangen“, blickt Daniela Fischer, erste Bevollmächtigte der rund 6 000 IG-Metall-Mitglieder in der Region, halbwegs optimistisch in die Zukunft. Allerdings wird die konjunkturelle Lage der Metallbetriebe im Landkreis durchaus unterschiedlich bewertet: Während  „Hörmann Automotive Penzberg“ als Zulieferfirma die Folgen des absinkenden Nutzfahrzeugmarkts zu spüren bekommt und die Beschäftigten ab Januar für sechs Monate kurz arbeiten, brummt bei „Hörbiger Antriebstechnik“ in Schongau das Geschäft: „Wir wissen derzeit gar nicht mehr wohin mit der vielen Arbeit“, so Betriebsrat Reinhold Kernbach. Der Wehrmutstropfen: Den Firmenchefs scheint die verbreitete Krisenwarnung nicht ungelegen zu kommen. So will „Hörbiger Antriebstechnik“ trotz voller Auftragsbücher Stellen abbauen und mehr auf Leiharbeit und befristete Arbeitsplätze setzen: „Das ist völlig unverständlich. Unsere Häuptlinge müssen eine besondere Glaskugel haben. Die wissen jetzt schon, dass wir irgendwann einmal zu viel sind“, kritisiert Kernbach. Keine betriebsbedingten Kündigungen hat es seit der Krise 2008/2009 bei „Zarges“ in Weilheim gegeben –  dank der Kurzarbeiterregelung. Laut Betriebsrat Peter Wolf habe sich das Instrumentarium bei „Zarges“ voll bewährt: „Die Belegschaft hat Vertrauen in die Kurzarbeit, weil sie funktioniert. Sie vermittelt Sicherheit in total unsicheren Zeiten.“

Damit das auch bei künftigen Konjunktureinbrüchen der Fall ist, fordert die IG-Metall einfachere Bedingungen für die Kurzarbeiterregelung und eine Rücknahme der beschlossenen Laufzeitverkürzung  von zwei Jahren auf sechs Monate. Allerdings: „Die Bestrebungen der Politik sind uns da noch viel zu dürftig“, so Josef Brunner von der IG-Metall-Bezirksleitung. Von Bernhard Jepsen

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